Chile‘s Süden Teil 2 – Patagonien

Patagonien ist für viele der Traum von wahrer Freiheit, unberührter Natur und spektakulären Landschaften. Für mich ist dieser Traum wahr geworden und obwohl ich leider nur einen kleinen Ausschnitt der riesigen Gegend gesehen habe, verstehe ich nun, warum Patagonien für viele diese Sehnsucht danach bedeutet.

Ich traf mich in Punta Arenas wieder mit Tobi, der wie ich auch, eine traumhafte Zeit in der Atacama Wüste hatte und mal eben die 3700km in den Süden geflogen ist. Wir besuchten den Reservation Nacional de Magallanes und wanderten einen Tag durch die dichten Letunga Wälder und genossen den Blick auf die Magellanstraße, die die südliche Spitze von Südamerika und Feuerland trennt. Benannt nach dem Seefahrer, ist sie die Verbindungsstraße zwischen Atlantik und Pazifik. Immer wehende kalte und starke Winde, Regen und Schnee bestimmen ganzjährig das Wetter.

Wir besuchten zusammen mit einer Freundin, die ich in Pucon kennen gelernt hatte, die Isla Magdalena, die auch Pinguininsel genannt 🐧 wird. Hier brüten rund 60000 Magellanpinguine ihre Eier aus und es ist ein herzliches Schauspiel, diese putzigen Tiere zu beobachten. Auf dem Rückweg mit dem Boot sahen wir dann auch noch Delfine. Sie sind die kleinsten Delfine der Welt, die hauptsächlich in der Magellanstraße leben.

Von Punta Arenas ging es dann nordwärts nach Puerto Natales. Puerto Natales ist der Ausgangspunkt für Wanderungen in den Torres Del Paine Nationalpark. Wir bereiteten uns gut für unsere 8-Tageswanderung vor, kauften Essen, liehen uns ein Zelt, Isomatte und Gaskocher aus und klärten die letzten Zeltplatzreservierungen. Den Ärger mit der Reservierung will ich hier nicht erörtern, aber so viel sei gesagt: Drei Firmen betreiben die Campingplätze im Nationalpark und in klassisch südamerikanischer Manier ist der Prozess der Buchung absolut chaotisch, frustrierend und nervig. Nichtsdestotrotz haben wir es geschafft und obwohl wir nicht überall einen Zeltplatz bekommen haben und zwei Nächte in überteuerten Refugios übernachten müssen, können wir unseren Trek beginnen.

Tag 1: Anreise und Wanderung nach Serónit

Mit unseren 20kg schweren Rucksäcken, ging es am ersten Tag frühmorgens zur Bushaltestelle. Wir hatten schon ganz schön zu schleppen. Wir mussten alles mitnehmen, von Klamotten für eine Woche (2 T-Shirts, eine Hose, Leggins, Fleecejacke, Regenjacke, Daunenjacke, Handschuh, Mütze und Unterwäsche), Essen (Fertiggerichte, Haferflocken + Milchpulver + Kakaopulver in praktischen ziplockbags verpackt fürs Frühstück, Müsliriegel, Schokolade, Nutella für tortilla wraps und einer kleinen Flasche Rum) und natürlich Koch- und Zeltutensilien. Da kommen schnell 20kg zusammen.

Der Bus fuhr uns in knapp drei Stunden zum Parkeingang, wo wir erstmal 25€ Eintritt bezahlen und ein Lehrvideo über das  Verhalten im Park anschauen „durften“. Feuer anzünden ist selbstverständlich verboten und auch jeglicher Müll muss wieder mitgenommen werden. Nach dieser notgedrungenen Unterweisung ging’s los und wir wanderten die ersten 15 Kilometer zum Campamiento Seron auf der Ostseite des Parks. Es schien die Sonne und es war mit 15 Grad angenehm warm. Unser Weg führte durch saftige Wiesen mit ganz vielen Margarittenblumen, entlang des Rio Paine. Am Zeltplatz angekommen, bauten wir das Zelt auf und legten uns beim einsetzenden Regen erst einmal hin, um ein kleines zweistündiges Nickerchen zu machen 🙈.  Abends gab’s leckeres Essen und wir spazierten noch eine Runde im Kreis, bevor es um 9 ins Zelt zurück ging. Lustigerweise trafen wir natürlich nach fünf Minuten im Park den ersten Deutschen – Jens aus Dresden war allein unterwegs und man traf sich immer mal wieder entlang des gesamten Trips.

Tag 2: Wanderung zum Refugio Dickson

Es wird früh hell im Sommer und die Sonne ist von morgens um 5 bis abends um halb 11 am Himmel. Somit ging unser Tag natürlich auch früh los und nachdem wir gefrühstückt und unser Zelt abgebaut hatten, liefen wir los Richtung Refugio Dickson im Norden des NP. Das Wetter spielte mit und wir liefen rund 20km an diesem Tag. Das Refugio liegt direkt am Lago Dickson und hier hatten wir nicht nur eine unheimlich tolle Aussicht auf die Rückseite der Torres, sondern auch auf die Gletscher, die im See mündeten. Es gab sogar Eisberge im See zu sehen. Total beeindruckend!

Tag 3 Wanderung nach Los Perros

Auch am dritten Tag spielte das Wetter einigermaßen mit. Es war bewölkt, ab und zu schien sogar die Sonne; wir hatten nur manchmal etwas Regen und am Ende schneite es etwas. Meist wechselte alles immer wieder ab und zwar innerhalb einer Stunde 🙈. Der Campingplatz Los Perros liegt am Fuße des Los Perros Gletscher. Wir trafen zum wiederholten Mal auf Jens, der mit uns dann beobachtete, wie das Eis abbrach und Lawinen abgingen. Globale Erwärmung? Hier definitiv life zu beobachten 😐.

Am Nachmittag gab es das obligatorische Mittagsschläfchen in der Wiese, bis Regen und Schneeschauer einsetzten. Wir stellten fest, dass die Portionsangaben auf den Fertigessen nicht so ganz dem Energiebedarf und Hunger von 2 großen Männern entsprach und so tauschten wir ein halbes Glas Nutella und 2 Runden Rum mit einer Gruppe Chilenen, die zu viel Essen mithatten und dies gerne loswerden wollten, bevor es am nächsten Tag über den John Gardener Pass ging.

Tag 4 über den John Gardner nach Campamiento y Refugio Grey

Dieser Tag war mein persönliches Highlight, neben den Torres selbst. Wir stiegen von knapp 450m über den 1200m hohen Pass in absoluten Schneegestöber und richtig starkem Sturm. Ich war so froh, die Stöcke dabeigehabt zu haben, denn ohne sie hätte man nicht stehen bleiben können. An dem Tag gab es auf dem Pass 20cm Neuschnee und wir wurden so richtig eingesaut. Windgeschwindigkeiten in Bögen von 100km/h ließen nicht wirklich Hochsommerfeeling aufkommen. Nochmal zum Vergleich: Wir liefen sozusagen einmal im Hochsommer über den Fichtelberg im Schneesturm gelaufen und fanden uns vor dem 30km langen und 5km breitem Grey Gletscher wieder, auf der geografischen Breite von Hamburg. Also das ist schon ein etwas anderes Klima hier. Der Blick aber auf eben diesen Gletscher mit seinen unzähligen Gletscherspalten, tiefblauem Eis und einem riesigen 300x380m grossem abgebrochenen Eisberg im Lago Grey ließ alle Unannehmlichkeit des Wetters vergessen.

Es tat richtig gut, dass wir dann im Refugio in einem richtigen Bett übernachteten, unsere Sachen trocknen konnten und abends vor einem Ofen auf dem Sofa uns ausruhen konnten. Letztendlich war es wohl doch nicht so schlecht, dass wir kein Zeltstellplatz mehr bekommen hatten 😝!

Tag 5 Wanderung nach Paine Grande

Die Wanderung nach Paine Grande war, abgesehen vom regnerischen Wetter und andauernden Starkwinden, wieder sehr beeindruckend aber nicht so lang wie die Wanderungen der vergangenen Tage . Entlang des großen Gletschersees Grey ging es größtenteils nur bergab. Wir erreichten das Camp nachmittags um 3, bauten unser Zelt auf und chillten im Kochhaus. Hier hätte man auch WLAN für starke sieben Dollar pro Stunde kaufen können. Wir haben dankend drauf verzichtet.

Tag 6 Paine Grande nach Frances

Die Nacht war sehr stürmig und der Zeltplatz war auch gut dem Wetter ausgesetzt. So waren wir recht früh wach, bauten ab und machten uns auf den Weg entlang vieler Seen nach Frances. Kurz vor dem Camp Frances gab es das von der Parkbehörde betriebene Campamiento Italiano.

Hier ließen wir unsere schweren Rucksäcke zurück und wanderten 2 Stunden lang das Valle de Frances hinauf zum Mirador Britanico. Hier sollte es wunderschöne Aussichten auf die Berge und auf den See am Fuße des Tales geben. Ob dies bei dem Regen bzw. Schnee so gut zu sehen war, fragten wir uns mehrfach, jedoch hatten wir Glück als wir oben ankamen. Neben Jens, der hinter einem Stein über eine Stunde darauf wartete, dass es aufklarte, passierte genau dies just in dem Moment, in dem wir oben ankamen. Gutes Karma, würd ich mal meinen. 😉

Tag 7 von Frances nach Torre Central

Da wir nur noch einen Platz in einem bereits vom Campingplatzbetreiber aufgebautem Zelt erhielten (günstige 30€/Person 🙄) kamen wir relativ schnell los. Entlang des Lago Nordenskjöld ging es zu unserer letzten Unterkunft, dem Campingplatz Central, relativ nah am Eingang des Parks.

Die 15km legten wir in gut 5h zurück. Der Wind machte und gerade am Lago Inge gut zu schaffen. Man könnte denken, dass der Zeltplatz nah am Eingang des Parks gut ausgestattet ist, jedoch gab es hier nicht einmal ein Kochzelt. Man merkt, dass der Betreiber, dessen Familie zufälligerweise der halbe Park gehört, doch mehr auf die zahlungskräftigen Touristen aus ist, die in den massiv überteuerten Refugios übernachten (>200$/Nacht!!!) und weniger an campenden Backpackern interessiert ist. Das ist sehr traurig, aber das ist eben Chile. Es ist mir unerklärlich, wie solch ein bedeutender Nationalpark halb in privater Hand sein darf. In manchen Camps der besagten Firma, muss man sogar eine Korkgebühr von 6€ verrichten, wenn man sein eigenen Wein mitbringt – unmöglich!

Tag 8 Auf zu den Torres del Paine

Das Wetter sah ja nicht so vielversprechend aus, jedoch machten wir uns auf den 9km langen Weg ins Tal der Torres um, halb umgeweht doch die weltberühmten Torres Del Paine im Sonnenschein erleben zu dürfen. Ein wirklich überwältigender Anblick dieser bis 2800m großen Granitberge vom Fuße des Lago Torres. Ein krönenden Abschluss dieser Achttagewanderung!

Vielen Dank an Tobi, der eisern durch Wind und Wetter durchgehalten hat, immer lustige Sprüche auf Lager hatte und eine wirklich klasse Wandersmann ist. Gerne wieder!

Peru Teil 2 🇵🇪 – In the jungle

Nun folgen erneut ein paar Zeilen aus meiner Feder: Da die gemeinsame Zeit im Juli in Ecuador so unglaublich abwechslungsreich war, dachte ich mir nach meiner 6 wöchigen Reisepause, dass ein erneuter Trip nach Südamerika gar keine schlechte Idee sei 😉.

Nachdem wir also unglaubliche Tage in den Berge um Huaraz verbracht hatten, folgte nun das absolute Kontrastprogramm im Nordosten des Landes – eine mehrtägige Amazonasüberfahrt auf einem Frachtschiff von Yurimagus nach Iquitos.


Nach einer recht entspannten Übernachtbusfahrt von Huaraz nach Lima ( Cruz del Sur, Betten bis auf 160Grad verstellbar) sollte unser Flieger nach Tarapoto eigentlich um 14 Uhr abheben. Bedauerlicherweise gab es technische Probleme, sodass aus den geplanten 7, 14 Wartestunden wurden und wir erst 21 Uhr Richtung Rollfeld unterwegs waren. Nach einer Nacht im Bus und einem Tag am Flughafen halfen auch die tropischen Temperaturen nicht mehr um uns aufzuraffen, noch in der Nacht nach Yurimagus weiter zu fahren.

Am nächsten Tag ging es also gemeinsam mit Franzi, welche wir auf dem Santa Cruz Treck kennen gelernt hatten, mit dem Taxi nach Yurimagus. Dort angekommen wurden wir witzigerweise von einem Peruaner (Winston) bereits sehnsüchtig erwartet. Wie sich im Nachhinein herausstellte, ist er sozusagen der Babo (Chef im Dschungel) was das Vermitteln von individuellen Touren im Amazonas sowie das Organisieren von Equipment für eine mehrtägige „Amazonaskreuzfahrt“ angeht. Trotz erster Zweifel ließen wir uns von seiner Freundlichkeit anstecken und erfuhren, das am gleichen Nachmittag noch ein Frachtschiff ablegen würde. Schnell sprangen wir auf sein Tucktuck und starteten unsere Shoppingtour durch Yurimaguas, da die On-Board-Versorgung durchaus minimalistisch ist. Weder Schlafmöglichkeiten noch eine reichhaltige Nahrungsmittelversorgung sei gewährleistet.


Daher kauften wir Hängematten und Seile, Wasser, Toilettenpapier, Feuchtigkeitstücher, Snacks, Wein, Bier, Obst, Brot, Besteck und eine Brotdose. Nach 2h hatten wir alles zusammen und buchten noch eine zweitägige Dschungeltour im Anschluss unserer „Kreuzfahrt“.


Von einer Kreuzfahrt kann übrigens überhaupt keine Rede sein, denn diese Frachtboote werden primär für die Versorgung der Dörfer entlang des Amazonas sowie der Dschungelstadt Iquitos benutzt. Iquitos ist mit 500.000 Einwohner die größte Stadt der Welt, die nicht auf dem Landweg erreichbar ist. Daher hatten wir neben circa 100 Passagieren, Autos, Baumaterialen, Nahrungsmittel, circa 30.000 Eier, Hühner und viele andere Dinge an Bord.


Nachdem wir auf dem Oberdeck „eingecheckt“ und unser Bett aufgebaut hatten, beobachten wir das wilde Treiben der Beladung des Schiffes. Erfreulicherweise legten wir bereits nach einer Stunde ab. Was für ein Glück! Von anderen Mitreisenden könnten wir erfahren, dass diese bereits 24h und wohl auch schon länger auf eine Abfahrt warteten – hier ticken die Uhren halt anders…


Nun schipperten wir in unseren Hängematten liegend mit einer warmer Brise im Gesicht flussabwärts Richtung Iquitos und hielten alle paar Stunden an den entlegensten Dörfern an. Schon spannend zu beobachten, was in solchen Ecken der Welt zum Leben notwendig ist und in wieweit so elementare Dinge wie Mülltrennung oder Fußball eine Rolle spielen. Denn ganz klar: das Länderspiels für die Qualifikation zur WM 2018 gegen Argentinien durfte nicht verpasst werden. Da kommt es auch schon mal vor, dass ein gut 40m langes Boot pünktlich zum Spielbeginn an einer Hütte anhält und 70 Leute vom Board rennen um im Wohnzimmer einer Familie Fußball zuschauen.


Nur zwei Worte zum Thema Mülltrennung: vielerorts ist die Natur noch der beste Mülleimer. Erfreulicherweise haben wir bereits in größeren Städten erste Plakate zur Mülltrennung gefunden, bis das Verständnis aber bis in das Amazonasgebiet gelangt, werden wohl noch einige Jahre vergehen 😔.

Nach zwei Tagen Schlafen in der Hängematte, lesen, Karten spielen, mit den Kids spielen, Sonnenuntergänge schauen und viel nichts tun, kamen wir gut in Nauta an.


Kinderstunde mit Daniel: Schlafsack rollen und Rucksack packen

Dort holte uns unser Guide ab, welcher die nächsten zwei Tage mit uns im Dschungel verbrachte. Doch zuvor gönnten wir uns noch ein köstliches Mittagessen mit der Familie und machten uns urwaldfertig: lange Sachen, Antimoskitospray und Fenistil sind durchaus gute Begleiter im Dschungel.


Nach knapp drei Stunden Bootsfahrt, welche von kleinen grauen und größeren rosanen Delphinen (!) begleitet wurden, kamen wir am „Campingplatz“ an. Nachdem wir unsere Einmannzelte aufgebaut hatten, ging es sofort los in das Wirrwarr des Dschungels.


Neben Papageien, Affen, riesigen Ameisen, Termitenhügel, Ameisenbären, verschiedensten Baumarten, Käfern, Mäusen und Kröten, haben wir auch mehrere Taranteln entdeckt. Gerade im Dunkeln war das für mich nicht nur Hochgenuss. Das eigentlich Beste die Soundkulisse, Abwesenheit von lauter Musik oder Hupkonzerzen ließ sich kaum in Worte fassen.

Auch bei der Essensbeschaffung duften wir unseren Beitrag leisten. Zunächst fingen wir einen kleinen Fisch, um mit seinem Blut Piranhas anzulocken. Und es klappt wirklich: wir hatten nach kurzer Zeit so ein Teil an der Angel 💪.


Abends fuhren wir mit dem Localbus nach Iquiotos. Eine quirlige Stadt, die vor allem von Sound der Tucktucks und Mopeds geprägt ist. Autos sieht man hier eher selten. Wenn man nicht wüsste, dass man sich mitten im Dschungel befindet, würde man gar meinen, es sei eine asiatische Stadt – auch dank der indigenen Wurzeln der Einheimischen.
Als nächstes Reiseziel stand Cusco, Machu Picchu und Colca Canyon auf unseren Plan, wozu es im nächsten Blog ein paar Worte gibt!

Roadtrip durch California 

Nach meiner Rückkehr vom Burning Man war natürlich erst einmal großes Saubermachen angesagt: Klamotten, Auto und Zubehör mussten vom alkalischen Staub befreit werden. Besonders hilfreich war hier Essig. Einen großen Schwapp mit in die Maschine und alles wurde wieder sauber.

Die geplante “Dekompression” nach BM wurde jedoch durch eine besondere Überraschung verschoben. Mein guter Freund Björn meldete sich spontan für ein paar Tage California an und so ging es auch fast direkt nach seiner Ankunft zum Camping ⛺️ in den Yosemite. Gut, dass Lars, bei dem ich wieder unterkam und Björn gleich den entsprechenden Mietwagen für einen Ausflug organisiert hatten. So konnte wir Samstagvormittags mit Greg, Michael, Björn und Lars uns auf den Weg nach Osten in die Sierra Nevada machen. Gezeltet wurde am White Wolf Camp Ground, auf dem man auch ohne Reservierung campen konnte. Das Zelt, ganz in amerikanischer Manier, war nicht nur mit wenigen Handgriffen in einer Minute aufgebaut, es hatte auch Platz für 8 Personen.


Schon während des Aufbaus gab es natürlich Bier. So viel zum Thema Ausruhen, Runterkommen und Entspannen. Am Nachmittag ging es noch auf eine kleine Aufwärmwanderung, bevor der BBQ 🍖 angemacht, Holz für ein Lagerfeuer gesammelt  und dann riesige Steaks gegrillt wurden. Living the American 🇺🇸 Dream!


Am nächsten Morgen ging es früh raus. Fix Zelt abbauen und um 8 Uhr ab auf die 25km lange Wanderung ins Yosemite Valley. Der Yosemite Park ist einer meiner Lieblingsnationalparks der USA. Ich war bestimmt schon fünf mal da und bin immer wieder beeindruckt von den hohen Bergen, von Gletschern geformten Täler und Landschaften, die Wasserfälle, die Redwoods und die frische Luft. Leider war letzteres dieses Jahr durch viele Waldbrände nicht ganz so frisch. Begegnungen mit Bären gaben es auch nicht, dafür aber sagenhafte Aussicht auf das Valley, von der oberen Kante der mit insgesamt 600m in zwei Kaskaden runterfallenden Yosemite Wasserfälle. Es gab sogar noch vereinzelt Schnee auf den Bergspitzen zu sehen und der Wasserfall war dank der Unmengen an Schnee im letzten Winter nicht ausgetrocknet. Unterschiede zum Frühjahr sieht man trotzdem, wie das eine Foto von einer Freundin, die den Yosemite im Frühjahr besuchte zeigt. Danke Heike fürs Foto!

 
Nach der Kräfte raubenden 25km Wanderung mit steilem Abstieg auf den letzten sechs Kilometer brachten wir Lars, Michael und Greg nach Merced. Hier gibt es einen kleinen Regionalflughafen, von dem man für 20-30$ direkt zurück in die Bay nach Oakland in einer Sechsitzer-Maschine fliegen kann. Für Björn und mich ging es an diesem Abend noch knappe 500km weiter bis nach Venice Beach bei Los Angeles. Am nächsten Tag mieteten wir uns Fahrräder und fuhren den Ocean Drive bis nach Santa Monica und zurück. Kurzer Besuch am Snapchat Spectacles Store, zum Santa Monica Pier sowie über die kleinen Kanäle der Venice, die nicht nur den Namen, sondern auch ein wenig den Charme von Venedig verleihen sollen. Ich seh das zwar nicht so, aber ok 😉


Nachmittags ging es dann Richtung Süden nach San Diego, wo wir ein Airbnb im Gas Lamp Quarter bezogen. Am nächsten Morgen ließ ich mir die Haare schneiden, währenddessen Björn das Auto in der Stadt spazieren fuhr. Danach erkundeten wir die vorgelagerte Halbinsel mit einem tollen Strand, das Nationalmonument Cabrillo und das Point Loma Lighthouse, von wo man eine wunderschöne Aussicht über die Stadt bekommt.


Am späten Nachmittag ging es wieder Richtung Norden über Malibu zu unserer letzten Übernachtung nach Santa Barbara. Dort genossen wir am Abend noch ein paar Drinks und starteten am nächsten Morgen eine Kayaktour mit einem ehemaligen Studienkollegen von Heike. Besonders die Seelöwen freuten sich über unseren Besuch. Nach guten Tacos 🌮 zum Mittag und zwei Stunden am Strand in der Sonne liegen ging es dann auf die knapp 500km lange Rückfahrt nach SF.


Am Samstag vor meiner Weiterreise organisierten Greg, Björn und ich noch ein kleines Oktoberfest mit einem 50L Fass Hacker Pschorr Oktoberfestbier, selbstgemachten Bratwürsten und Sauerkraut. Viele Freunde und ehemalige Mitbewohner kamen und so wurde dies nicht nur ein großes Wiedersehen, sondern auch gleichzeitig eine Abschiedsparty, da Björn und ich am nächsten Tag die Heim- bzw Weiterreise antraten. Mein nächstes Ziel ist nun Peru 🇵🇪 von dem ich euch im nächsten Artikel berichten werde.


Einen ganz besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle an Alexandra, Mical, Lars, Greg und Adam aussprechen, die mir nicht nur ein zu Hause für die Zeit in SF geboten haben, sondern auch viel Platz für Vor- und Nachbereitung von BM bereit gestellt haben.

Thank you so much guys, you are awesome!