Via Suriname nach Trinidad & Tobago

Brasilien war wirklich toll und auch wenn ich nur einen kleinen Ausschnitt des Landes gesehen habe, weiß ich, dass ich hierher zurück kommen werde und mir die anderen 95% des Landes auch anschauen möchte.

Mit meinem letzten Tag in Rio brach auch meine Rückreise an. Von Rio de Janeiro ging es mit dem Flieger über Belém und Cayenne (Französisch Guayana) nach Zanderij, wo ich  übernachtete. Von da aus ging’s dann weiter via Trinidad und Tobago (4 Tage) nach Grenada. Hier eine Karte zur kurzen Übersicht.

Auch wenn ich nur kurz in Suriname war, hat das Land den bislang schlechtesten Eindruck hinterlassen. Nachdem schon die landeseigene Airline zwei Stunden gebraucht hat, um mein Gepäck einzuchecken weil der Computer nicht ging, meinte dann der Grenzbeamte, dass ich ohne Visa nicht ins Land reinkomme. 🤔 Er zeigte auf eine Ecke und meinte, ich müsste dort auf meinen Transfer warten. Ich hatte natürlich meine Unterkunft schon gebucht und auch meine Hausaufgaben gemacht, so dass ich wusste, dass ich kein Visum benötige. Was er nicht sagte, dass ich doch einfach eine Touristenkarte kaufen kann. Nach kurzem googeln hatte ich das dann auch herausgefunden. Nur war niemand im Touristenkartenoffice. Derjenige, der dort arbeitete, kam dann eine halbe Stunde später 🙄 und meinte, dass die Touristenkarte 30€ oder 35$ kostet. Ich hatte natürlich weder Euro noch Dollar mit, hatte aber einen Geldautomaten direkt neben dem Office gesehen. Dieser spuckte zwar weder Euro noch US Dollar aus, aber dafür landeseigene Suriname Dollar. Also habe ich Suriname Dollar abgehoben, um dann zu erfahren, dass man nicht! in Suriname Dollar, sondern ausschließlich nur in US-Dollars oder Euro bezahlen kann. Kreditkarten wurden natürlich nicht akzeptiert 😡. Gott sei Dank, war da noch ein einziger sehr netter Kolumbianer in der Schlange, der mir das Geld lieh, um es ihm in Suriname Dollar zurückzugeben. Wieder mal ein Hoch auf die unheimliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von Kolumbianern. Ein wirklich dummes System haben die dort – anscheinend will man keine Touristen. 😤

Naja im Guesthouse musste ich natürlich auch in Dollar bezahlen, sagte aber gleich beim Einchecken: „Entweder ihr nehmt die Suriname Dollar oder es gibt nix!“ Selbst bei der Ausreise waren alle mega unfreundlich. Gastfreundschaft wird halt verschieden gelebt.

Anschließend ging’s weiter nach Trinidad und Tobago und dort gewann ich einen viel besseren Eindruck. Ich hatte nämlich versucht, per Couchsurfing eine Unterkunft zu finden, mich aber dann spontan umentschieden, um  zwei  meiner vier Tage auf Tobago zu verbringen. Eine Freundin von mir (danke Alex für den Tipp), kannte ein gutes Guesthouse auf Tobago, bei dem ich direkt buchte.

Via Couchsurfing kam ich auch mit Chris, einer Trini, in Kontakt, die mich mit ihrem Auto abholte, bei der ich meine Sachen abladen konnte und dann den ganzen Tag mich durch Trinidad fuhr, um mir Land, Leute und Kultur zu zeigen. Die Insel ist erstaunlich erschlossen, ziemlich industrialisiert – dank Erdölvorkommen – und fast amerikanisch im Dauerstau. Trotzdem konnte ich Doubles probieren – wie festere Pancakes in Sauce getränkt – die man direkt von der Hand ist. Vollkleckern garantiert!

Außerdem besuchte ich den wunderschönen Maracas Beach und nach dem Bad in den Wellen Bake&Shark ausprobieren. Eine Art frisiertes Brötchen mit Haifischfleisch, Saucen, Mango Chutney und einem Haufen leckeren Extras zum selber draufmachen.

Musikalisch wurde ich voll auf die Karibik getrimmt und kannte die Top 10 der karibischen Hits nach einem Tag. Mein Favorit ist immer noch Splinters:

Ab gleichen Abend ging es dann in meinen fünften Flieger innerhalb von zwei Tage für den 20 minütigen Flug nach Tobago.

Hier verbrachte ich zwei wunderschöne Tage auf der traumhaft karibischen Insel. Am ersten Tag ging’s  zum Tauchen mit Schildkröten, Moränen und einem monströsen Riesenzackenbarsch der bestimmt locker 2,5m lang war und laut Schätzung des Divemasters locker 150kg gewogen hat. Abends machte ich dann mit Puncheon Bekanntschaft, dem 75%igen Tobago Rum – fieses Zeugs.

Am nächsten Tag stand beach hopping mit dem Motorboot von Brandon, dem Besitzer des Fish Tobago, auf dem Programm. Wir fuhren zu vier verschiedenen Stränden mit dem kleinen Boot, einer Kühlbox für Bier und Puncheon (nicht schon wieder 🙈). Ein ganz klasse Ausflug mit total schönem Sonnenuntergang zum Abschluss!

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Am nächsten Morgen ging es zeitig zurück zum Flughafen, wo mich Chris wieder abholte und noch einen weiteren Tag mit mir verbrachte. Wir fuhren wieder zum Strand und am Nachmittag in die Swamps, um die Scarlett Ibis Vögel zu beobachten, die zum Sonnenuntergang zu zehntausenden auf eine einzige kleine Insel in den Mangrovenwälder fliegen, um da ihre Nachtruhe zu halten. Der Himmel war rot von Ihnen und die Insel die am Anfang wie eine grüne Insel aussah, war kurz nach Sonnenuntergang rot geschmückt wie ein Weihnachtsbaum.

 

 

 

Nach dem Besuch der Swamps ging es dann wieder zum Flughafen, denn mein Flug nach Grenada stand an. Hier traf ich auf die Affenbande aus Berlin, um unseren ersten Katamaran Segeltörn zu starten. Davon gibts aber im nächsten und wohl letzten Artikel meiner Reise mehr.

Peru Teil 2 🇵🇪 – In the jungle

Nun folgen erneut ein paar Zeilen aus meiner Feder: Da die gemeinsame Zeit im Juli in Ecuador so unglaublich abwechslungsreich war, dachte ich mir nach meiner 6 wöchigen Reisepause, dass ein erneuter Trip nach Südamerika gar keine schlechte Idee sei 😉.

Nachdem wir also unglaubliche Tage in den Berge um Huaraz verbracht hatten, folgte nun das absolute Kontrastprogramm im Nordosten des Landes – eine mehrtägige Amazonasüberfahrt auf einem Frachtschiff von Yurimagus nach Iquitos.


Nach einer recht entspannten Übernachtbusfahrt von Huaraz nach Lima ( Cruz del Sur, Betten bis auf 160Grad verstellbar) sollte unser Flieger nach Tarapoto eigentlich um 14 Uhr abheben. Bedauerlicherweise gab es technische Probleme, sodass aus den geplanten 7, 14 Wartestunden wurden und wir erst 21 Uhr Richtung Rollfeld unterwegs waren. Nach einer Nacht im Bus und einem Tag am Flughafen halfen auch die tropischen Temperaturen nicht mehr um uns aufzuraffen, noch in der Nacht nach Yurimagus weiter zu fahren.

Am nächsten Tag ging es also gemeinsam mit Franzi, welche wir auf dem Santa Cruz Treck kennen gelernt hatten, mit dem Taxi nach Yurimagus. Dort angekommen wurden wir witzigerweise von einem Peruaner (Winston) bereits sehnsüchtig erwartet. Wie sich im Nachhinein herausstellte, ist er sozusagen der Babo (Chef im Dschungel) was das Vermitteln von individuellen Touren im Amazonas sowie das Organisieren von Equipment für eine mehrtägige „Amazonaskreuzfahrt“ angeht. Trotz erster Zweifel ließen wir uns von seiner Freundlichkeit anstecken und erfuhren, das am gleichen Nachmittag noch ein Frachtschiff ablegen würde. Schnell sprangen wir auf sein Tucktuck und starteten unsere Shoppingtour durch Yurimaguas, da die On-Board-Versorgung durchaus minimalistisch ist. Weder Schlafmöglichkeiten noch eine reichhaltige Nahrungsmittelversorgung sei gewährleistet.


Daher kauften wir Hängematten und Seile, Wasser, Toilettenpapier, Feuchtigkeitstücher, Snacks, Wein, Bier, Obst, Brot, Besteck und eine Brotdose. Nach 2h hatten wir alles zusammen und buchten noch eine zweitägige Dschungeltour im Anschluss unserer „Kreuzfahrt“.


Von einer Kreuzfahrt kann übrigens überhaupt keine Rede sein, denn diese Frachtboote werden primär für die Versorgung der Dörfer entlang des Amazonas sowie der Dschungelstadt Iquitos benutzt. Iquitos ist mit 500.000 Einwohner die größte Stadt der Welt, die nicht auf dem Landweg erreichbar ist. Daher hatten wir neben circa 100 Passagieren, Autos, Baumaterialen, Nahrungsmittel, circa 30.000 Eier, Hühner und viele andere Dinge an Bord.


Nachdem wir auf dem Oberdeck „eingecheckt“ und unser Bett aufgebaut hatten, beobachten wir das wilde Treiben der Beladung des Schiffes. Erfreulicherweise legten wir bereits nach einer Stunde ab. Was für ein Glück! Von anderen Mitreisenden könnten wir erfahren, dass diese bereits 24h und wohl auch schon länger auf eine Abfahrt warteten – hier ticken die Uhren halt anders…


Nun schipperten wir in unseren Hängematten liegend mit einer warmer Brise im Gesicht flussabwärts Richtung Iquitos und hielten alle paar Stunden an den entlegensten Dörfern an. Schon spannend zu beobachten, was in solchen Ecken der Welt zum Leben notwendig ist und in wieweit so elementare Dinge wie Mülltrennung oder Fußball eine Rolle spielen. Denn ganz klar: das Länderspiels für die Qualifikation zur WM 2018 gegen Argentinien durfte nicht verpasst werden. Da kommt es auch schon mal vor, dass ein gut 40m langes Boot pünktlich zum Spielbeginn an einer Hütte anhält und 70 Leute vom Board rennen um im Wohnzimmer einer Familie Fußball zuschauen.


Nur zwei Worte zum Thema Mülltrennung: vielerorts ist die Natur noch der beste Mülleimer. Erfreulicherweise haben wir bereits in größeren Städten erste Plakate zur Mülltrennung gefunden, bis das Verständnis aber bis in das Amazonasgebiet gelangt, werden wohl noch einige Jahre vergehen 😔.

Nach zwei Tagen Schlafen in der Hängematte, lesen, Karten spielen, mit den Kids spielen, Sonnenuntergänge schauen und viel nichts tun, kamen wir gut in Nauta an.


Kinderstunde mit Daniel: Schlafsack rollen und Rucksack packen

Dort holte uns unser Guide ab, welcher die nächsten zwei Tage mit uns im Dschungel verbrachte. Doch zuvor gönnten wir uns noch ein köstliches Mittagessen mit der Familie und machten uns urwaldfertig: lange Sachen, Antimoskitospray und Fenistil sind durchaus gute Begleiter im Dschungel.


Nach knapp drei Stunden Bootsfahrt, welche von kleinen grauen und größeren rosanen Delphinen (!) begleitet wurden, kamen wir am „Campingplatz“ an. Nachdem wir unsere Einmannzelte aufgebaut hatten, ging es sofort los in das Wirrwarr des Dschungels.


Neben Papageien, Affen, riesigen Ameisen, Termitenhügel, Ameisenbären, verschiedensten Baumarten, Käfern, Mäusen und Kröten, haben wir auch mehrere Taranteln entdeckt. Gerade im Dunkeln war das für mich nicht nur Hochgenuss. Das eigentlich Beste die Soundkulisse, Abwesenheit von lauter Musik oder Hupkonzerzen ließ sich kaum in Worte fassen.

Auch bei der Essensbeschaffung duften wir unseren Beitrag leisten. Zunächst fingen wir einen kleinen Fisch, um mit seinem Blut Piranhas anzulocken. Und es klappt wirklich: wir hatten nach kurzer Zeit so ein Teil an der Angel 💪.


Abends fuhren wir mit dem Localbus nach Iquiotos. Eine quirlige Stadt, die vor allem von Sound der Tucktucks und Mopeds geprägt ist. Autos sieht man hier eher selten. Wenn man nicht wüsste, dass man sich mitten im Dschungel befindet, würde man gar meinen, es sei eine asiatische Stadt – auch dank der indigenen Wurzeln der Einheimischen.
Als nächstes Reiseziel stand Cusco, Machu Picchu und Colca Canyon auf unseren Plan, wozu es im nächsten Blog ein paar Worte gibt!