Peru Teil 3 🇵🇪- Inkas und Colca Canyon

Nach einigen Tagen im tropischen Amazonas flogen wir über Lima in das kalte Cusco. Cusco, das ehemaligen Herz des Inkareiches, liegt im südlichen Hochland auf über 3400m Höhe. Neben einem idealen Ausgangspunkt zum Machu Picchu besitzt die Stadt jede Menge tolle koloniale Gebäude, steile Gassen und ist gleichzeitig die wohl touristischste Stadt Perus.


Dort trafen wir Marcus, ein deutscher Reisekumpel aus Máncora, welcher sich bereits um die Organisation unseres viertägigen Inka Jungle Trails inklusive Machu Picchu gekümmert hatte.


Am nächsten Tag wurden wir früh abgeholt und auf 4200m Höhe gefahren. Dort befand sich der Ausgangspunkt für die 60km lange Mountainbikeabfahrt. Zunächst wurden wir mit Helmen, Schienbein- und Armschützern sowie Westen ausgestattet, ehe es bei zunächst eisigen Temperaturen auf tropische 1800m bergab ging. Vorbei an Ausläufern kleiner Wasserfälle oder sogar durch Flüsse hindurch rasten wir knapp 2 Stunden die kurvigen Straßen hinunter. Selbstverständlich wurden wir beständig von PKWs und LKWs überholt…


Und auch der Nachmittag war keinesfalls weniger adrenalinlastig: Wildwasser Raften im Canyon! Hierbei wurden wir in 7er Gruppen in ein Gummiboot gesetzt und paddelten vorwärts, rückwärts, gar nicht oder sprangen nach Kommando ins Boot. Das darf man sich aber auf gar keinen Fall wie eine gemütliche Paddeltour auf den Mecklenburgische Seenplatten vorstellen. In den Stromschnellen ging richtig die Post ab, so sehr, dass es ein Boot komplett umgedrehte. Plötzlich schwammen 7 Touris wild paddelnd und blass um die Nase im Wasser. Wir knallten, drifteten, rutschten und krachten mit unserem Gummiboot ohne große Blessuren den Canyon hinunter und erreichten nach 1,5 Stunden unser Ziel Santa Maria.

Von dort starteten wir unseren zweiten Tag, welcher circa 8 Stunden Wanderung, zum Teil über den Inka Trail, beinhaltete.


Bedauerlicherweise waren wir in eine recht großen Gruppe gekommen, sodass es sich eher wie eine Klassenfahrt oder Kaffeefahrt, als eine ehrenhafte Wanderung auf den Spuren der Inkas anfühlte. Vielleicht kam der Eindruck auch daher, dass wir an einer Kaffeeplantage, Schokoladenmanufaktur und und und anhielten und uns das volle Inka-Touriprogramm geben mussten.


Nichtsdestotrotz genossen wir die landschaftliche Vielfalt und hatten unseren eigenen Spaß!


Der Abend in Santa Theresa sollte jedoch alles wieder gut machen. Denn das ganze Dorf war aufgrund eines Stadtfestes auf den Beinen und tanzte, sang und feierte was das Zeug hielt zu typischer peruanischen Andenmusik. Und wir mittendrin…


Am 3. Tag wurde unsere Schwindelfreiheit auf bis zu 150m Ziplines – teils verkehrtherum – geprüft. Nach dem Mittagessen liefen wir auf den Gleisen der bekannten Bahnschienen von Hidroeléctrica nach Aguas Calientes, dem „Basiscamp“ des Machu Picchus.


Am 4. Tag sollte es endlich soweit sein: die Besteigung des Machu Picchus. Der Machu Picchu ist die wohl bekannteste Stadt der Inkas, welche im 15. Jahrhundert in 2430m Höhe auf dem Bergrücken zwischen den Gipfels des Huayna Picchu und dem Machu Picchu Mountain erbaut wurde. Forscher gehen heute davon aus, dass die Stadt bis zu 1000 Menschen beherbergen und versorgen konnte. Warum die Stadt genau an dieser Stelle errichtet wurde, ist bis heute nicht bekannt.

Aufgrund einer beschränkten Besucheranzahl und zwei verschiedenen Einlasszeiten, wollten wir diesmal dem deutschen Ruf mehr als gerecht werden. 3:30 klingelte der Wecker und um 4:05 waren wir die 3. Gruppe an der Einlassbrücke zum Aufstieg des Unesco Kulturerbes.


Pünktlich 5:00 starteten wir den anstrengenden 500m Aufstieg zum Haupteingang und waren nach knapp 40 Minuten die Ersten am Eingang, welcher 6 Uhr öffnete. Als Erste betraten wir das sagenumwobenen Kulturerbe des Machu Picchus und waren beeindruckt!


Im Anschluss liefen wir zum Sonnentor und genossen den Blick in das Tal des Urubambas. Nach und nach füllte sich das Gelände immer mehr mit Touristen, sodass wir uns schnell auf den nochmal 600m höher gelegenen Berg Machu Picchu Mountain aufmachten. Dieser ist bei weitem nicht so überfüllt und wird aufgrund des steilen Anstiegs vom Durchschnittsbesucher gar nicht erst bestiegen. Die Brotzeit auf über 3000m Höhe mit Blick auf Machu Picchu war einfach nur umwerfend.


Am darauffolgenden Tag erkundeten wir Cusco und planten unseren nächsten Tagestrip. Dieser sollte zu den drei Stunden entfernten Regenbogenbergen gehen. Erneut klingelte der Wecker zu einer unchristlichen Zeit. Da ahnten wir noch nicht, was der Tag im Nieselregen von Cusco in den Bergen wohl zu bedeuten hatte. Denn die Rainbownmountains liegen auf 5000m Höhe, sodass sich der Regen im Verlauf zu Schnee und Graupel umwandelte.
Wir trotzten Schnee, Matsch und scharrenhaft pilgernden Touris und erreichten ohne große Anstrengungen den 5000m hohen Gipfel. Der Ausblick .. naja.


Regenbogen nur auf der Mütze

Aber wir nahmen es gelassen, bauten einen Schneemann, verbrannten uns die Nasen und beobachteten die Lamas und Alpacas.

Nächster Stopp unserer Reise war das südlich gelegene Arequipa. Die deutlich niedriger gelegene Stadt war somit wärmer  und ist vor allem für den nahe gelegenen Colca Canyon bekannt. Der Colca Canyon ist mit seinen 3200m Tiefe einer der tiefsten Canyons der Welt. Da wir nach all den Touritouren genug von Massentourismus hatten, entschieden wir uns, den Canyon auf eigene Faust zu erkunden. Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir von Arequipa über Chivay nach Cabanaconde und liefen noch am gleichen Tag die über 1000 Höhenmeter in den Canyon hinein. Dort schliefen wir in einer kleinen Oase und schwammen abends noch im Pool.


Am nächsten Tag wanderten wir nach Llahuar, wo es 39 Grad warme Quellen direkt neben dem Fluss gab. Daher wechselten wir zwischen heißen und kalten Wasser und genossen den Sonnenuntergang mit einem kühlen Bier!


Am nächsten Tag folgte der 1200m Aufstieg auf das Hochplateau, wovon wir den Bus nach Arequipa zurück nahmen. Auf dem Weg nach oben hatten wir  Glück Andencondore zu sehen, welche vor allem in der Morgensonne mit ihren 3m Flügelspannweite majestätisch über den Canyon gleiten.


Da mein Rückflug von La Paz ausging, fuhren wir relativ rasch am Titicacasee vorbei und erreichten die höchstgelegenste Stadt der Welt – La Paz! Und wie  überquert man mit dem Bus den Titicacasee – mit dem Boot 😉!


Sonnenuntergang über dem Titicacsee


Popcorn Session in Cobacabana

Es waren vier abwechslungsreiche und intensive Wochen! Peru ist definitiv eine Reise wert, auch wenn man schon sehr deutlich die Spuren und Folgen des Tourismus spürt! Für mich ging es ins kalte Deutschland zurück, währenddessen Daniel Bolivien unsicher macht 😎!

Peru Teil 2 🇵🇪 – In the jungle

Nun folgen erneut ein paar Zeilen aus meiner Feder: Da die gemeinsame Zeit im Juli in Ecuador so unglaublich abwechslungsreich war, dachte ich mir nach meiner 6 wöchigen Reisepause, dass ein erneuter Trip nach Südamerika gar keine schlechte Idee sei 😉.

Nachdem wir also unglaubliche Tage in den Berge um Huaraz verbracht hatten, folgte nun das absolute Kontrastprogramm im Nordosten des Landes – eine mehrtägige Amazonasüberfahrt auf einem Frachtschiff von Yurimagus nach Iquitos.


Nach einer recht entspannten Übernachtbusfahrt von Huaraz nach Lima ( Cruz del Sur, Betten bis auf 160Grad verstellbar) sollte unser Flieger nach Tarapoto eigentlich um 14 Uhr abheben. Bedauerlicherweise gab es technische Probleme, sodass aus den geplanten 7, 14 Wartestunden wurden und wir erst 21 Uhr Richtung Rollfeld unterwegs waren. Nach einer Nacht im Bus und einem Tag am Flughafen halfen auch die tropischen Temperaturen nicht mehr um uns aufzuraffen, noch in der Nacht nach Yurimagus weiter zu fahren.

Am nächsten Tag ging es also gemeinsam mit Franzi, welche wir auf dem Santa Cruz Treck kennen gelernt hatten, mit dem Taxi nach Yurimagus. Dort angekommen wurden wir witzigerweise von einem Peruaner (Winston) bereits sehnsüchtig erwartet. Wie sich im Nachhinein herausstellte, ist er sozusagen der Babo (Chef im Dschungel) was das Vermitteln von individuellen Touren im Amazonas sowie das Organisieren von Equipment für eine mehrtägige „Amazonaskreuzfahrt“ angeht. Trotz erster Zweifel ließen wir uns von seiner Freundlichkeit anstecken und erfuhren, das am gleichen Nachmittag noch ein Frachtschiff ablegen würde. Schnell sprangen wir auf sein Tucktuck und starteten unsere Shoppingtour durch Yurimaguas, da die On-Board-Versorgung durchaus minimalistisch ist. Weder Schlafmöglichkeiten noch eine reichhaltige Nahrungsmittelversorgung sei gewährleistet.


Daher kauften wir Hängematten und Seile, Wasser, Toilettenpapier, Feuchtigkeitstücher, Snacks, Wein, Bier, Obst, Brot, Besteck und eine Brotdose. Nach 2h hatten wir alles zusammen und buchten noch eine zweitägige Dschungeltour im Anschluss unserer „Kreuzfahrt“.


Von einer Kreuzfahrt kann übrigens überhaupt keine Rede sein, denn diese Frachtboote werden primär für die Versorgung der Dörfer entlang des Amazonas sowie der Dschungelstadt Iquitos benutzt. Iquitos ist mit 500.000 Einwohner die größte Stadt der Welt, die nicht auf dem Landweg erreichbar ist. Daher hatten wir neben circa 100 Passagieren, Autos, Baumaterialen, Nahrungsmittel, circa 30.000 Eier, Hühner und viele andere Dinge an Bord.


Nachdem wir auf dem Oberdeck „eingecheckt“ und unser Bett aufgebaut hatten, beobachten wir das wilde Treiben der Beladung des Schiffes. Erfreulicherweise legten wir bereits nach einer Stunde ab. Was für ein Glück! Von anderen Mitreisenden könnten wir erfahren, dass diese bereits 24h und wohl auch schon länger auf eine Abfahrt warteten – hier ticken die Uhren halt anders…


Nun schipperten wir in unseren Hängematten liegend mit einer warmer Brise im Gesicht flussabwärts Richtung Iquitos und hielten alle paar Stunden an den entlegensten Dörfern an. Schon spannend zu beobachten, was in solchen Ecken der Welt zum Leben notwendig ist und in wieweit so elementare Dinge wie Mülltrennung oder Fußball eine Rolle spielen. Denn ganz klar: das Länderspiels für die Qualifikation zur WM 2018 gegen Argentinien durfte nicht verpasst werden. Da kommt es auch schon mal vor, dass ein gut 40m langes Boot pünktlich zum Spielbeginn an einer Hütte anhält und 70 Leute vom Board rennen um im Wohnzimmer einer Familie Fußball zuschauen.


Nur zwei Worte zum Thema Mülltrennung: vielerorts ist die Natur noch der beste Mülleimer. Erfreulicherweise haben wir bereits in größeren Städten erste Plakate zur Mülltrennung gefunden, bis das Verständnis aber bis in das Amazonasgebiet gelangt, werden wohl noch einige Jahre vergehen 😔.

Nach zwei Tagen Schlafen in der Hängematte, lesen, Karten spielen, mit den Kids spielen, Sonnenuntergänge schauen und viel nichts tun, kamen wir gut in Nauta an.


Kinderstunde mit Daniel: Schlafsack rollen und Rucksack packen

Dort holte uns unser Guide ab, welcher die nächsten zwei Tage mit uns im Dschungel verbrachte. Doch zuvor gönnten wir uns noch ein köstliches Mittagessen mit der Familie und machten uns urwaldfertig: lange Sachen, Antimoskitospray und Fenistil sind durchaus gute Begleiter im Dschungel.


Nach knapp drei Stunden Bootsfahrt, welche von kleinen grauen und größeren rosanen Delphinen (!) begleitet wurden, kamen wir am „Campingplatz“ an. Nachdem wir unsere Einmannzelte aufgebaut hatten, ging es sofort los in das Wirrwarr des Dschungels.


Neben Papageien, Affen, riesigen Ameisen, Termitenhügel, Ameisenbären, verschiedensten Baumarten, Käfern, Mäusen und Kröten, haben wir auch mehrere Taranteln entdeckt. Gerade im Dunkeln war das für mich nicht nur Hochgenuss. Das eigentlich Beste die Soundkulisse, Abwesenheit von lauter Musik oder Hupkonzerzen ließ sich kaum in Worte fassen.

Auch bei der Essensbeschaffung duften wir unseren Beitrag leisten. Zunächst fingen wir einen kleinen Fisch, um mit seinem Blut Piranhas anzulocken. Und es klappt wirklich: wir hatten nach kurzer Zeit so ein Teil an der Angel 💪.


Abends fuhren wir mit dem Localbus nach Iquiotos. Eine quirlige Stadt, die vor allem von Sound der Tucktucks und Mopeds geprägt ist. Autos sieht man hier eher selten. Wenn man nicht wüsste, dass man sich mitten im Dschungel befindet, würde man gar meinen, es sei eine asiatische Stadt – auch dank der indigenen Wurzeln der Einheimischen.
Als nächstes Reiseziel stand Cusco, Machu Picchu und Colca Canyon auf unseren Plan, wozu es im nächsten Blog ein paar Worte gibt!

Peru Teil 1 🇵🇪 – Strand & Berge

Seit Mitte September bin ich in Peru und habe endlich Zeit gefunden ein paar Zeilen über dieses vielfältige Land zu schreiben. Peru hat rund 30 Millionen Einwohner und ist in etwa 4 mal so groß wie Deutschland. Es besteht aus  drei Hauptgegenden. Die Küstenregion, die hauptsächlich aus Wüste besteht, die Anden mit ihren weit über 6000m hohen, schneebedeckten Bergen und das Amazonasgebiet mit seinem immergrünem, tropischem Regenwald.

Gelandet bin ich in der 10 Millionen Einwohner großen Hauptstadt Lima. Lima ist die mit Abstand größte Stadt Perus. Sie liegt direkt am Pazifik und begrüßte mich mit dem für die Jahreszeit typischen Wetter. Es nieselte, war neblig, grau und nur 16 Grad warm. Ich fühlte mich direkt an  Berlin im November erinnert und dass, obwohl Lima gerade mal 12 Grad südlich des Äquators liegt. Schuld daran ist der Humboldtstrom der eiskaltes Wasser aus der Arktis nach Norden befördert. Daher ist auch der Pazifik ganzjährig nur 15 Grad warm.
Die Stadt selbst ist bis auf die Stadtviertel Miraflores und Baranco und das historische Zentrum nicht sonderlich schön und wie viele südamerikanische Städte hauptsächlich laut, dreckig und erstickt im Verkehrschaos. Nach einer Stadtführung durch die Altstadt und Erkungstour durchs hippe Miraflores und am Malecón hatte ich auch das Wichtigste gesehen und entfloh meiner Berliner-Winterdepression nach Norden.


In Mancora, unweit der ecuadorianischen Grenze, gibt es ganzjährig schönes Wetter, einen warmen Pazifik -danke an den El-Niño Strom – und einen geilen Strand zum Chillen. Ich hatte noch fünf Tage Zeit bis meine Schwester kam und so dachte ich, dass ich die Zeit sinnvoll mit einem letzten Mal Sonne tanken verbringe, bevor es in den nächsten Wochen weiter südlicher und vor allem höher hinauf und tief in die Anden geht. Warmes Meer werde ich wohl so schnell nicht wieder sehen. Geflogen bin ich mit der Billigairline Vivaair Peru, für knapp 100$ hin und zurück, nach Piura und von da aus weitere 3,5h mit dem Bus nach Mancora.

Untergekommen bin ich im wunderschönen Misfits Hostel welches aus vier Hütten direkt am Strand bestand und von deren Balkon oder gar meinem Bett ich Sonnenuntergänge sehen und das Rauschen der Wellen hören konnte.
Fünf Tage Hängematte, viel Schlaf nachholen, Buchlesen, im Meer schwimmen, am Strand joggen und gelegentlich einen Inka-Mojito (Pisco, Inka Kola und Minze) trinken, machten die Zeit wirklich erholsam und sehr kurzweilig.


Am 26. September kam das Julchen in Lima an und wir machten uns nach einem Akklimatisierungstag nach dem langem Flug und persönlicher Limastadtführung auf den 10h langen Weg mit dem Bus nach Huaraz in die Cordilleras Blancas.

Dieser Teil der Anden ist der höchste Perus und mit über 30 Bergspitzen über 6000m und 300 Gletschern bilden die Cordilleras nicht nur das größte Eisreservoir in den Tropen sondern auch eine der schönsten und beeindruckendsten Wandergegenden des Landes. Wir hatten von Freunden von der Ecu Ice Peru Agentur gehört, die den viertägigen Santa Cruz Trek durchführte und den wir gerne machen wollten. Bevor es losging, akklimatisierten wir uns mit einer schönen Wanderung zur Laguna Churup.

Am nächsten Tag ging es früh um vier Uhr los. Wir wurden mit dem Bus abgeholt und fuhren erstmal sechs Stunden  lang tief in die Berge nach Vaqueris,  wo die Wanderung beginnen sollte. Die Fahrt für sich war schon eine der beeindruckendsten die ich je gesehen habe. Steilwände über hunderte von Metern hoch, türkisblaue Gletscherseen und steile Schotterpisten, die sich über den 4900m hohen Pass quälten. Gut, dass hier kein Gegenverkehr kam.


Von Vaquera ging es dann am späten Vormittag zu Fuß zum 12km entfernten Campingplatz auf 4000m Höhe. Knapp 650 Höhenmeter waren ein guter Einstieg. Die Truppe bestand aus 10 Leuten inklusive uns, 2 Guides und 9 Eseln mit 2 Eseltreibern, die Gepäck, Zelte, Essen und alles was man sonst noch so braucht trugen. Die Zielgruppe war klar, mid 20 bis 30-jährige Akademiker aus Europa 😂 – wir hatten sogar 4 promovierte Physiker dabei. Was kann uns da schon passieren 💪

Abends um 8 ging es ins Bett, denn es war schon seit 2 Stunden dunkel und am nächsten Morgen wurde um halb 6 gefrühstückt. Leben mit der Sonne.


Der zweite Tag war schon härter, denn es ging über den 4750m hohen Pass El Union, vorbei an wunderschönen Bergseen und Wiesen – um uns herum schneebedeckte 5000er und 6000er mit riesigen Gletschern. Die zweite Nacht schliefen wir auf über 4200m. Da friert schon mal das Zelt  über Nacht mit einer dicken Eisschicht ein. Aber der Sternenhimmel mit Vollmond 🌕 – unbezahlbar schön!


Die nächsten zwei Tage ging es konstant bergab bis nach Cachapampa. Am Tag 3 gab es einen wunderschönen Abstecher zum Gletschersee Arhuaycocha, der fast 270 Grad von Gletschern umgeben ist und vom Artesonraju, auch Paramount genannt, überragt wird. Diesen Berg hat fast schon jeder gesehen, da er im Logo des Paramount Picture Filmstudios abgebildet ist.

Nach über 50km Wandern und vier wunderschönen Tagen in wohl einem der schönsten Gegend der Anden fuhren wir ko und zufrieden mit dem Nachtbus zurück nach Lima, wo schon das nächste Abenteuer direkt im Anschluss auf uns wartete.


Davon wird aber erst im nächsten Blogpost berichtet. Diesmal wieder von meiner Lieblingsgastautorin, die bereits schon vor ein paar Monaten den unschlagbar guten Artikel über Ecuador geschrieben hat. Freut euch drauf!