Höhentrainingslager in den Anden

Nach meinem wunderschönen Trip auf die Galápagos-Inseln, bin ich anschließend nach Cuenca gefahren. Cuenca ist eine sehr schöne koloniale Stadt im Süden Ecuadors. Hier traf ich überraschender Weise auf meine Freunde aus Manchester mit denen ich die Stadt erkundete.


Von hier aus wollte ich mich die letzten Tage meines Ecuadoraufenthalt in Richtung Norden aufmachen, da ich Anfang August von Quito aus nach Mexiko City fliegen wollte. Eigentlich wollte ich direkt nach San Francisco fliegen, hatte mich aber spontan umentschieden, einen kurzen Zwischenstopp in México zu machen, um mit einem Freund den höchsten Berg México’s – den Pico de Orizaba -zu besteigen. Da man so einen 5638m hohen Vulkan nicht einfach so besteigt, sondern zumindest akklimatisiert sein sollte, dachte ich mir, dass es sicher nicht verkehrt ist, ein paar Wanderungen in angemessener Höhe zu machen.

Eine diese Wanderung startete von Cuenca aus in den Nationalpark Cajas. Der Cajas Nationalpark liegt zwischen 3800m und 4600m und ist in einem Tagesausflug von Cuenca aus möglich. Vom Hostel aus ging es mit einer Truppe von 5-6 anderen Wanderlustigen mit dem Bus etwas über eine Stunde eine Passstraße folgend den Berg hoch, um dann am Straßenrand rausgelassen zu werden.


Im Nationalparkeingang angemeldet, ging es dann knapp sechs Stunden über Stock und Stein durch die Berge und vorbei an wunderschönen Klassen Bergesseen. Bei über 4000m ist die Vegetation schon eingeschränkter jedoch entdeckten wir in einem Eukalyptushain so gar eine Eule. Zurück ging es per Busanhalten auf der Bundesstraße.


Bei der Wanderung lernte ich auch einen sehr netten Spanier aus Pamblona kennen, der mir die schlechte Nachricht, die Jule mir bereits übermittelt hatte noch einmal bestätigt. Jule sprach an der Grenze mit einem Migrationsbeamten bezüglich meiner misslichen Stempelsituation. Kurz zur Erinnerung: ich hatte bei der Einreise nach Ecuador keinen Stempel bekommen. Aussage des Beamten am Flughafen in Guayaquil war, dass ich zurück in das Land muss, aus dem ich kam, um einen Ausreisestempel zu erhalten, um dann in Ecuador erneut einzureisen und dabei in der Migracion meinen Einreisestempel zu erhalten. Ohne diesen Einreisestempel würde man mir die Ausreise am Flughafen Quito verweigern. Na toll! Auch ein Telefonat von José mit der Migracion in Quito führte zu keinem besseren Ergebnis. Obwohl Cuenca relativ nah an Peru liegt, wäre auch dies keine Option gewesen, da ich ja zurück ins letzte Land mit Stempel im Pass muss. Das heißt, zurück nach Kolumbien.

Da ich mir die Stimmung davon nicht kaputt machen wollte, ging es von Cuenca aus erstmal nach Riobamba. Das ist circa sechs Stunden nördlicher mit dem Bus und liegt am Fuße des größten Berges Ecuador – dem erloschenen Vulkan Chimborazo mit knapp 6300m. Ganz ersteigen, ginge nur mit Führer und entsprechenderer Akklimatisierung, die ich jedoch noch nicht hatte.

Trotzdem machte ich mit einem Australier auf den Weg, zumindest so hoch wie möglich zu wandern. So fuhren wir mit dem Bus bis zum Parkeingang und wanderten von 4300m bis zum oberstem Refugio, der Schutzhütte für Gipfelbesteiger auf 5050m und von da aus noch mal 150m nach oben zur Schneegrenze.


Hier merkte ich schon, wie verdammt dünn die Luft da oben ist. Aber wir schafften es und ich konnte meinen ersten Schneemann ⛄️ fast direkt auf dem Äquator bauen 😉


Von Riobamba ging es weiter in nördlicher Richtung und der Kreis meiner Ecuadorrundreise schloss sich sozusagen mit einem erneuten Stopp in Latacunga. Hier traf ich mich ja bereits mit Luise und Toni aus Manchester für unsere Wanderung des Quilotoa Loops, aber diesmal stoppte ich, um mir den Nationalpark Cotopaxi anzuschauen.

Obwohl einem im Hostel gesagt wird, dass man ohne Führer den NP nicht betreten kann, habe ich es trotzdem auf eigene Faust probiert, um mir das Geld zu sparen. Mit dem Bus ging es bis zur Autobahnausfahrt, um von da aus zu Fuß an den Caminoetas zu laufen, um dann eines der vielen vorbeifahrenden privaten Autos zu stoppen. Kurz angefragt, ob man mitfahren kann und schon ging es hinten auf dem Pickup hitchhikend zum Parkeingang. So betrachtet braucht man keinen Guide, man braucht eigentlich nur einen Mitfahrgelegenheit. 😉 Die Fahrer/Guides hätten locker 30$ gekostet.

Auf diese Art lernte ich eine ganz liebe Familie aus Quito kennen, die mich nicht nur zum Parkeingang mitnahm, sondern auch den ganzen Tag durch den Park fuhr. Der Sohn hatte die Möglichkeit, sein Englisch zu üben und ich habe mein Spanisch weiter anwenden können. Zusammen fuhren wir bis auf 4650m auf den Vulkan um dann die letzten 150m zu Fuß zum Refugio, um dort durch Vulkanasche zu wandern. Höher geht es zur Zeit nicht, da die Gipfelbesteigung wegen Aktivität vorübergehend gesperrt ist. Ohne Guide würde ich auch nicht auf über 5800m klettern. Der Cotopaxi ist ein Prachtstück an Vulkan, wie er im Buche steht und einem Ehrfurcht vor der Natur lehrt.


Am nächsten Tag traf ich wieder auf José, der mittlerweile von Cuenca aus ankam und mit dem ich wieder in den Park per Anhalter fuhr, um den 4630m hohen Rumiñahui Vulkan im Nationalpark Cotopaxi zu besteigen. Die Route dafür fand ich im Netz und es war eine anstrengend, aber wunderschöne Tour. Cotopaxi hatte man immer im Rücken und das Wetter hat super mitspielte – 6,5 Stunden bestes Höhentrainingslager. 💪

Von Latacunga ging es dann zurück nach Quito um am Folgetag meinen reservierten Mietwagen abzuholen. Mit meinem Chevrolet Spark mit einer Ein-Liter-Maschine und wahrscheinlich gerade mal 55PS fuhr ich dann in knapp fünf Stunden die 275km bis zur Grenze nach Kolumbien, um meinen illegalen Aufenthaltsstatus zu beenden. Fix ausgereist und auf kolumbianischer Seite den Stempel geholt, zurück auf die ecuadorianische Seite und legal wieder eingereist. Relativ problemlos und wenn man das alles weiß, auch sicherlich kein Problem.


Die Grenze ist relativ locker und wenn man nicht proaktiv in die Migracion geht, kann man einfach auf der anderen Seite landen, ohne Stempel im Pass. Früh um 9 ging’s los und abends um 11 war ich zurück in Quito. Eine anstrengende, aber landschaftlich abwechslungsreiche und richtig schöne Ausfahrt durch den Norden Ecuadors. Mein kleiner Spark hat es auch locker über die 4000m hohen Pässe geschafft, auch wenn ich ihn teilweise ganz schön treten musste 🙈

Damit geht meine Zeit in Ecuador auch zu Ende. Knapp über vier Wochen in einem landschaftlich so abwechslungsreichen Land, wie ich es zuvor noch nicht gesehen habe. Leider habe ich nicht die Zeit gehabt, mir noch den Amazonas anzuschauen, aber den hebe ich mir für weiter südlich auf. Es ist schon wirklich beeindruckend, wie man in einem Land innerhalb weniger Stunden Fahrt aus den hohen Anden an die Pazifikküste kommt oder andersrum im tropischen Regenwald des Amazonas landet oder die Schönheit der Galapagos in wenigen Flugstunden erreicht.


Ecuador hat sich mit seinen freundlichen und hilfsbereiten Menschen immer von seiner besten Seite gezeigt und ich kann mir definitiv vorstellen, wieder zu kommen und die vielen verbleibenden Ecken anzuschauen.

Vielen Dank für die tolle Zeit und Hasta Luego Ecuador!

Die Galapagos Inseln

Jule hat einen wirklich tollen Beitrag über meine letzten Wochen in Ecuador geschrieben, aber ein ganz großes Highlight ganz bewusst weg gelassen. Ich denke, dass die Galapagos Inseln einfach einen eigenen Beitrag wert sind.

Die Galapagos Inseln wurden 1535 vom Erzbischof von Panama, auf der Fahrt nach Peru, durch Zufall entdeckt. Das Archipel vulkanischen Ursprung liegt rund 1000km westlich der Küste von Ecuador, so ziemlich genau auf dem Äquator. Es besteht aus 4 größeren und auch bewohnten Inseln und über 130 mehr oder weniger großen Inseln insgesamt. Durch seine Entfernung vom Festland hat sich hier eine ganz besonders berühmte Flora und Fauna entwickelt. Nach einem kurzen Exkurs in die Entstehungsgeschichte, werde ich über unseren sechstägigen Aufenthalt auf diesen magischen Inseln berichten.

Entstehung

Da ich kein Geologe bin, versuche ich die Entstehungsgeschichte etwas vereinfacht darzustellen. Die genauen Gründe der Entstehung sind auch nicht 100% geklärt. Eins jedoch ist klar, die Galapagos sind erdgeschichtlich betrachtet relativ jung.

Eine gängige Theorie über die Entstehung ist ein sogenannter fixer Hotspot im Erdmantel, der an dieser Stelle der Erde die Erdkruste aufschmilzt und somit Lava an die Oberfläche kommen lässt. Ähnliche Hotspots gibt es auch unter Hawaii und dem Yellowstone National Park. Die an die Oberfläche tretende Lava, wird im Wasser abgekühlt, erstarrt und bildet über viele Millionen Jahre Schichtvulkane, die es eventuell sogar bis über die Wasseroberfläche des Vulkans schaffen. Da sich die pazifische- als aus die Nascarerdplatte an dieser Stelle circa 7-10cm pro Jahr bewegen, wurde die Erdkruste über diesen Hotspot hinweg geschoben, so dass, ähnlich wie auf Hawaii, eine Inselkette entsteht.

Die ältesten Inseln befinden sich somit im Südosten des Archipels und sind von der Witterung wie Regen und Wind erodiert und flach. Hier findet man auch keine aktiven Vulkane mehr. Hingegen im Nordwesten des Archipels findet man noch sehr aktive Vulkane und die neueren Inseln sind bis zu 1500m hoch. In einigen Millionen Jahren werden die ältesten Inseln wieder im Meer verschwimmen und die Inseln Wolf und Darwin vielleicht sogar noch größer sein als heute Isabella.

Tag 1 Anreise, El Chato, Lavatunnel und Puerto Ayora

Die Galapagos haben 2 Flughäfen die von Quito oder Guayaquil angeflogen werden können. Der eine liegt auf der Insel San Cristobal und der andere auf Santa Cruz. Wir flogen mit TAME Airline in etwas unter 2 Stunden von Guayaquil direkt nach Santa Cruz. Hier befindet sich auch der größte Ort Puerto Ayora mit rund 25000 Einwohnern. Schon beim Anfliegen erkennt man den Vulkanischen Ursprung. Die Inseln sehen auch erstaunlich trocken aus und die Vegetation hat sicher kein leichtes Leben. Aber auch türkisblaues Wasser und interessante Steinformstionen sind im Wasser zu erkennen.

Nach der Landung auf der Insel Baltra ging es mit dem Bus 10m zu einem kleinen Bootsanleger, wo wir mit der Fähre zur Insel Santa Cruz übersetzten. Von hier kann man mit dem Bus oder mit dem Pickup die 35km nach Puerto Ayora gebracht werden. Wir teilten uns ein Pickup mit 2 anderen Besuchern, die mit uns auf dem Weg nach Puerto Ayora noch einen Zwischenstopp in El Chato machen wollten.

Hier befindet sich eigentlich nur eine Ranch, die auf ihren Ländereien Obstbäume anbaut, jedoch findet man hier gerade um die jetzige Jahreszeit die weltberühmten Galapagos Riesenschildkröte. Die bis 300kg schwer werdenden Tiere sind wirklich atemberaubend. Mit welcher Eleganz sie die saftigen Wiesen und das runtergefallene Obst essen und ihre schweren Panzer durch die Gegend bewegen – einfach wunderschön zu bestaunen. Manche Tiere werden sogar bis über 150 Jahre alt.

Ebenfalls auf dem Gelände befinden sich, für Schildvulkane typische Lavatunnel. Diese werden hier bis zu 10m im Durchschnitt breit. Heiße, flüssige Lava, die den Vulkan herunter floss, kühlte außen schneller ab als innen und wird dabei hart. Innerhalb floss weiterhin Lava bis der Strom irgendwann abebbte und aufhörte. Zurück blieben viele Meter lange, hole Tunnel durch die man durchlaufen kann. Sehr beeindruckend!

Nach knapp 2 Stunden auf dem Gelände, ging es weiter ins Hotel. Die Unterkunft war recht einfach und kostet 30$ fürs Doppelzimmer. Nachdem die Rucksäcke abgelegt waren, spazierten Jule und ich noch ein wenig durch die Stadt, zum Hafen und vorbei am Fischmarkt. Im Hafenbecken entdeckten wir schon unsere ersten Haie 🦈 und am Fischmarkt begrüßten uns Pelikane und Seelöwen, die hofften ein paar runterfallende Fischstücken abzubekommen. Abends ging es dann in die Charles Binfort Straße, die sich ab 18 Uhr in eine Restaurantmeile verwandelt und wo man fangfrischen Fisch oder Lobster mit Reis, Bohnen, Pommes und einem Saft für 10-15$ bekommt.

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Tag 2 Tauchen in North Seymour und las Grietas

Der Wecker klingelte am zweiten Tag extra früh, denn wir hatten zwei Tauchengänge mit den Academy Bay Dive Center gebucht. Treffpunkt war 7 Uhr und wir führen mit dem Boot knapp 1,5h zur Insel North Seymore, nördlich von Baltra. Briefing, Equipment und Boot waren top. Da Jule gerade ihren Schein gemacht hatte, war es ihr erster Fundive überhaupt und dann noch auf Galapagos. Davon träumen sicher viele.
Kurzer buoyancy check und schon ging es runter. Das Wasser war 21 Grad „warm“ (Danke Humboldtstrom!), aber kaltes Wasser bedeutet mehr Nahrung für die Fische und demzufolge mehr zu sehen. Mit 7mm Neoprenanzug und Kopfhaube war das aber alles zu ertragen. Im ersten Tauchgang sah ich Hammerhaie, Schildkröten und mehrere Weißspitzen-Riffhaie. Ich glaube ich habe auch noch nie so viele Fische pro Kubikmeter Wasser gesehen. Nach 50 Minuten waren wir wieder im Boot und bekamen warmen Tee und Snacks.
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Zum zweiten Tauchgang führen wir in den Canal de Norte vor die kleine Sandinsel Las Maquiera. Hier hatte ich leider nicht so viel Glück und sah „nur“ 2 Schildkröten. Jule hingegen konnte mehrere Hammerhaischwärme beobachten, die um sie herum kreisten und einen Schwarm von über 80 oder mehr Adlerrochen an sich vorbei schwimmen sehen. Einfach Wahnsinn! So etwas bekommt man sicher nicht an jedem Divespot zu sehen, jedoch kostete es auch 195$ pro Person. Wer nicht vorab bucht, sondern spontan kommt und es noch Platz gibt, kann das ganze auch für 170$ machen. Insgesamt trotzdem eine absolut lohnenswerte Angelegenheit die ich gerne wiederholen würde.


Am Nachmittag liefen wir noch zu Las Grietas einer Art Spalte im Lavagestein, in der sich Salz- und Regenwasser mischten und in der man schwimmen konnten.

Tag 3 Fahrt nach Isabella & Las Tintoreras

Um 7:30 ging es mit dem Motorboot zur knapp 70km entfernten Isla Isabella. Die etwas unter 2 stündige Fährt ging durch zum Glück ruhiges Wasser. In Isabella angekommen buchten wir gleich die Tour Las Tintorreras (ca 3h lang) für den Nachmittag und die Sierra Nevada Tour (ca 5h lang) für Tag 4. Beides gab es nach Verhandlung für rund 70$ pro Person.

Nach einem kleinen Mittagssnack am Marktplatz traf sich die Gruppe am Hafen von Puerto Villamil, um mit einem kleinen Boot ein wenig raus ins Reservat Tintoreras zu fahren. Hier ging es als Erstes knapp 30-45 Minuten Schnorcheln. Wichtig beim Buchen ist hier auf einen Neoprenanzug zu bestehen, denn auch hier ist das Wasser nicht wirklich wärmer. Wir beobachteten schon beim Anziehen der Flossen wie ein riesiger Leguan sich vom Felsen ins Wasser begab um Nahrung zu suchen. Leguane, die im Meer schwimmen und Nahrung suchen gibt es auch nur hier. Nah 10 Minuten entdeckten wir eine Gruppe von vielleicht 12 oder mehr Schildkröten die im nur knapp 3 m tiefen Wasser am Boden sich ausruhten und nur zum Luft holen alle paar Minuten auftauchten. Sie waren auch ganz zahm und schwammen nicht weg. Als nächstes bekamen wir einen der Galapagospinguine beim Schwimmen zu sehen. Man sind die fix im Wasser unterwegs. Zum Abschluss spielten noch ein paar Seelöwen mit uns wobei einer ganz besonders dreist war und fast in meine GoPro gebissen hätte 😂

Nach dem schnorcheln ging es zu einer kleinen Wanderung auf der Tintoreras Insel. Hier gab es hunderte Leguane die sich sonnten. In einer geschützten Spalte voller Meerwasser sahen wir außerdem locker 12 Haie die hier schliefen. Verrückt! Nach der Wanderung wollten wir noch eine Pinguinkollonie anschauen, jedoch waren alle Pinguine unterwegs und wir sahen nur ein paar Blaufußtölpel auch Boobies genannt.

Auf dem Weg zurück zum Hafen stoppten wir noch an einem Fischerboot welches gerade frisch gefangene Langusten verarbeitete. Diese lockten Adlerrochen an, die sich was zu naschen erhofften. Ich ließ mir das nicht entgehen um direkt noch mal ins Wasser zu hüpfen und mir das von nahem mit Brille und Schnorchel anzuschauen. Nach 10 Minuten wurde ich allerdings aufgeregt von unserem Guide ins Boot zurück gerufen, da unter mir ein circa 3m langer Galapagoshai angeschwommen kam. Schon ein bisschen gruselig, wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt…

​Ein gelungener Tag ging zu Ende und wir gingen früh ins Bett. Den am nächsten Tag stand wieder straffes Programm an.

Tag 4 Sierra Negro

Heute ging es zum Vulkan 🌋 Sierra Negra. Einer von drei aktiven Kratern auf Isabella und mit 1500m der höchste Punkt im Archipel. Er hat gleichzeitig die drittgrößte Caldera der Erde mit über 10km Durchmesser. Insgesamt wanderten wir 16km an dem Tag und lernten viel über den Vulkan, die Tier- und Pflanzenwelt. An einer Stelle konnte man sogar die Hand über einen Art Loch halten und spüren wie hier heiße Luft entwich. Die Landschaft sieht schon sehr Mondartig aus und man spürt, dass man den inneren Kräften der Erde sehr nah ist.

Am Nachmittag ging es dann mit dem Speedboot in knapp über 2 Stunden zurück nach Santa Cruz.

Tag 5 Tortuga Bay und Charles Darwin Research Center

Unser letzter Tag war angebrochen und wir liefen nach dem leckeren Frühstück über dem Supermarkt am Hafen (Geheimtipp!) die knapp 40 Minuten zur Tortuga Bay. Der Name kommt natürlich daher, dass die Sanddünen von Meeresschildkröten zum Bauen ihrer Nester verwendet werden. Allerdings ist zur Zeit keine Brutzeit und daher sahen wir am Strand keine. Jedoch entspannten sich wieder die Leguane im Sand und wir konnten ganz viele Schildkröten im Wasser beobachten, die zum Luftholen an die Oberfläche kamen. Der erste Abschnitt des Strandes ist sehr rau mit großen Wellen und Strömung. Jedoch ist der hintere Strandabschnitt deutlich erschüttert und hat sehr ruhiges Wasser, so dass wir nach kurzer Mittagsruhe am Strand uns ein Kayak ausliehen und die Bucht erkundeten. Neben Vögeln in den Mangroven paddelten wir zwischen ganz vielen Schildis 🐢.

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Nachmittags ging es dann in die Forschungs- und Aufzuchtstation Charles Darwin um Lonesome George zu besuchen. Der letzte seiner Art und dem man mit viel Leidenschaft, Zeit und netten Schildkrötendamen versucht hat, ihn zur Fortpflanzung zu bewegen. Jedoch wollte der wohl über 130 Jahre alte Herr nicht mehr und somit starb diese spezifische Art und Riesenlandschildkröte mit ihm 2012 aus. Mumifiziert ist er jedoch immer noch zu sehen.

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Tag 6 Abreise

Leider ist unsere Zeit schon um und nach kurzem Schreck mit der Airline die unseren Flug umgebucht hatte, so dass Jule ihren Anschluss nach Amsterdam nicht bekommen hätte, wurden wir auf eine andere Airline gebucht und sind so mit Avianca rechtzeitig nach Guayaquil zurück gekehrt. Ein paar wirklich tolle Tage mit spannenden und bleibenden Eindrücken sind vorüber und wir waren uns einig, dass wir zurück kommen und das nächste mal mehr Zeit mitbringen wollen um einfach noch die verbleibenden Inseln zu entdecken. Galapagos ist einmalig und beschützenswert und zeigt einem wieder einmal die Einmaligkeit und Schönheit der Natur.

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Jule in Ecuador 🇪🇨

Wie hoch und heilig angekündigt, folgen nun ein paar Zeilen von mir zu unserer gemeinsamen Zeit in Ecuador.

6 Uhr morgens ging es für mich ab Hamburg über Amsterdam nach Quito. Nach knapp 15 Stunden erreichte ich das auf knapp 2900m hoch gelegen Quito und wurde feierlich mit einem „Bienvenido Juläää“ Schild von einem braungebrannten, all überragenden Blondling in Empfang genommen.


Nach einer Willkommensdrückerle folgte ein wohl verdientes erstes Bier gemeinsam mit Dani’s Freunden aus Manchester. Später folgte das erste ecuadorianische Abendbrot – klassisch: Ei, Reis, Bohnen, ein Stück Huhn und etwas Salat.


Trotz Jetlag sowie kleinen Adaptionsproblemchen mit der Höhe starteten wir bereits 9 Uhr mit einer Stadtführung durch die historische Innenstadt von Quito. Enge steile Gassen, restaurierten Kolonialbauten, lebendigen Plätzen sowie unzähligen Kirchen prägen das Stadtbild des Centro historico. Doch sobald man die Innenstadt verlässt folgen moderne Wohnblöcke und einfache Betonhäuser zwischen Berg- und Vulkangipfeln soweit das Augen reicht.


Am Nachmittag besuchten wir den Mittelpunkt der Erde: la Mitad del Mundo bzw. den Äquator!


Um gleich zur Sache zu kommen: ja, man wiegt am Äquator eindeutig weniger als an den Polen und nein, das Wasser in den Becken dreht sich nicht in verschiedene Richtungen. Hier wurde uns nämlich weis gemacht, dass an der Nordhalbkugel das Wasser nach rechts und auf der Südhalbkugel, aufgrund der Corioliskraft, nach links abfließen würde. Dank diverser Recherchen wissen wir nun aber auch, dass dies nicht auf so kleine Wassermengen Einfluss hat und daher Quatsch ist.

Äquatorhupfen 😉!

Den Abend ließen wir auf einer kleinen Gasse bei Blasmusik der örtlichen Polizei ausklingen.


Am Sonntag morgen nahmen wir den Bus in Richtung Otavalo – ein auf 2550m gelegener Ort, der für seinen bedeutsamen und vielfältigen Markt in den Anden bekannt ist. Nach einer spektakulären Fährt durch beeindruckende Gebirgsketten, übten wir uns im harten Feilschen um die besten Schnäppchen für Alpakapullis, Mini-Kuscheltier-Llamas, Socken und Co zu bekommen.


Und wir waren erfolgreich – denn bei nächtlichen Temperaturen um die 5 Grad ist man froh, wenn man einen kuscheligen Pulli zur Hand hat 😉.

Am Sonntag starteten wir gemeinsam mit zwei Mädels aus Deutschland und der Schweiz zu einer 14km Wanderung auf bis zu 3500m um einen mit Wasser gefüllten Vulkankrater – Laguna de Cuicoccha.


Witzigerweise fand gerade an diesem Tag ein Schwimmwettbewerb um die beiden Inseln, die aussehen würden wie Meerschweinchenrücken, statt. Bei oben genannten nächtlichen Temperaturen bekomme ich allein schon bei der Vorstellung Gänsehaut… Wir entschieden uns daher für den in Sonne gelegenen Weg und beobachten das Spektakel von oben. Hier einige Eindrücke:



Am Nachmittag kamen wir nach 4 Stunden Busfahrt im tropischen Regenwald in Mindo an. Mindo liegt auf etwa 1250m Hohe zwischen bewaldeten Bergen und ist vor allem für sein vielfältiges Angebot an Outdooraktivitäten bekannt. Hier tobten wir uns richtig aus: Canyoning*, Rafting*, Nachtwanderung, morgendliche Vogelbeobachtung, Wanderung zu unzähligen Wasserfällen und hardcore Hängematten Abhängung 😉.
*Canyoning = Wanderung im natürlichen Verlauf eines Flusses inklusive Abseilen im Wasserfall

*Rafting = in einem Gummiring den Fluss hinunterspülen



Ein wirklich schönes Fleckchen in Ecuador. Einziges Manko: unglaublich aggressive, bisswutige Mosquitos…

Aufgrund der doch recht langen Fahrtzeiten entschieden wir uns bewusst gegen eine weiter Wanderung in den Bergen und für einen schnellen Transfer zum deutlich wärmeren Meer. Ihr wisst ja, in Hamburg ist Sonne und Wärme eher Mangelware. Nach 11 Stunden fahrt erreichten wir Puerto Lopez. Eine Fahrt zunächst durch Hochgebirge, später tropischen Regenwald, dann Trockenwald, Steppe, wieder Regenwald und letztlich Küste. Wir erlebten alle Arten von Wetter an einem Tag: Regen, Nebel, Nieselregen, Sonnenschein, Regen im Sonnenschein und Wolkenschein. Verrücktes Klima hier!

Puerto Lopez ist ein an der Küste gelegenes 16.000 Einwohner Dörfchen, welches vor allem für Walbeobachtungen und Surfen gekannt ist. Nachdem wir am Abend durch die Gassen geschlendert waren, stellten wir zudem fest, das auch Tauchschulen diverse Angebote haben.

Ohne groß nachzudenken entschied ich mich kurzerhand ab dem nächsten Tag einen Tauchkurs zu absolvieren, währenddessen Daniel bereits auf Tiersuche ging. 


Nach 3 Tagen Theorie, Praxis inklusive Seekrankheit und Prüfung darf ich mich nun Open Water Diver nennen. Ein wirklich anspruchsvoller, anstrengender und beeindruckender Sport, welcher massiv von den äußeren Bedingungen wie Seegang, Wassertemperatur, Strömung und Sicht abhängig ist. Es ist jedoch eine tolle Chance in eine andere Welt einzutauchen, dort als Gast kurz zu verweilen und sich dabei bewusst zu werden, wie vielfältig und lebendige diese Unterwasserwelt ist.

Ganz nebenbei gab es dann auch noch Wale zu sehen, welche bis auf 10m an unser Boot hinangeschwommen waren. Daniel buchte einen Tauchtag in der Nähe der Insel Isla de la Plata und sah dort Mantarochen sowie springende Wale. Wahnsinn!

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Im Anschluss ging es zu unserem letzten Stopp vor den Galapgos Inseln nach Guayaquil.

Guayaquil ist das Wirtschaftszentrum Ecuadors und hat insgesamt 2,4 Millionen Einwohner. Neben einer umfangreichen Uferpromenade, welche im Rahmen eines Stadterneuerungsprojektes erbaut wurde, haben wir uns noch das Hügelviertel Las Peñas inklusive Leuchtturm angeschaut.


Zufälligerweise war genau in diesem Zeitraum das Fest zur Gründung von Guayaquil sowie der Geburtstag von Simón Bolívar. Tänze auf den Straßen, Feuerwerk, Kunstausstellungen und unglaublich viele Menschen schoben sich durch die schmalen Gassen von Las Peñas.

Zusätzlich trafen wir uns erneut mit Danis Freunden aus Manchester und verbrachten zwei tolle Abende in einem ehemaligen Kolonialgebäude direkt im Zentrum des Spektakels.

Da die Galapgos Inseln so vielfältig, beeindruckend und atemberaubend sind, hat sich Dani dazu entschieden einen einzelnen Beitrag zum Archipel im Pazifik zu schreiben.

Ich für meinen Teil bin mehr als begeistert von diesem unglaublich abwechslungsreichen, friedlichen, bunten Land und stelle mal wieder fest, dass 17 Tage einfach zu kurz sind um so ein Land besser kennen zu lernen. Die Zeit mit Dani war super entspannt, lustig und vielfältig und ich kann gut nachvollziehen, dass man hier noch eine Weile bleiben mag 😉.  Daher bleibt nur zu sagen, Adiós por ahora und danke dir lieber Dani, dass du mich mitgenommen hast!


Ecuador du hast einen guten Eindruck hinterlassen – ich komme ganz bestimmt wieder 🇪🇨.

Bienvenido a Ecuador 🇪🇨 

Wie schnell die Zeit vergeht! Ich bin schon wieder weit über eine Woche in Ecuador und es gibt wieder so viel zu berichten. Erst einmal kurz zum Land: Ecuador ist eines der kleineren Länder Südamerikas und ist knapp 20% kleiner als Deutschland vong Fläche her. Trotzdem wohnen hier rund 16 Millionen Menschen. Es grenzt im Norden an Kolumbien und im Süden an Peru. Im Westen befindet sich der Pazifik und wie der Name schon sagt, liegt es mitten auf dem Äquator. Das Land unterteilt sich in vier große Gegenden. Die Anden, die Küste, das Amazonasgebiet und die berühmten Galapagosinseln, die rund 1000km vor Ecuador mitten im Pazifik liegen.

Eigentlich wollte ich ja noch etwas länger in Kolumbien bleiben, habe jedoch eine Nachricht von meinen Freunden Luise und Tony bekommen, ob ich denn nicht Lust hätte, bis Jules Ankunft gemeinsam mit Ihnen den Quilotoa Loop zu wandern. Da ich ehrlich gesagt, ein wenig viel Städte in letzter Zeit gesehen habe, könnte ich mir gut vorstellen, 5 Tage in der Natur zu verbringen. 

Gesagt getan, buchte ich einen Flug von Medellín nach Pasto, dem südlichsten Flughafen in Kolumbien. Direktflüge nach Ecuador sind leider sehr sehr teuer und so plante ich in Pasto eine Nacht zu bleiben, um von da aus dann mit dem Bus in 10h nach Quito zu fahren. Wie sich nach meiner Ankunft herausstellte, war der Flughafen 35km nördlich von Pasto und es fährt wohl auch kein Bus direkt vom Flughafen in die Stadt. Jedoch lernte ich beim Fragen nach dem Bus, einen Ecuadorianer kennen, der als Arzt in Kanada arbeitet und der mich kurzerhand mit dem Auto auf direktem Wege nach Quito genommen hat. Glücklicher Zufall und eine kurzweilige Fahrt mit spannender Unterhaltungen. 

An der Grenze wurde unser Auto natürlich von Grenzbeamten durchsucht und dann einfach durchgewunken. Schauen wir mal, wie ich hier ohne kolumbianischen Ausreisestempel und ohne ecuadorianischen Einreisestempel das Land wieder verlassen kann. Aber das Problem kläre ich später.

Eine Nacht in der Hauptstadt Quito und am nächsten Morgen fix eine SIM Karte geholt ($4 bei CNT) und dann in den Bus nach Latacunga.

Die Stadt am Fuße eines der höchsten Vulkane der Welt – dem Cotopaxi – ist Ausgangslager für viele Touren in der Gegend. Nach emotionalem Wiedersehen bei English Tea und einer Nacht vor Ort ging es dann am nächsten Morgen mit dem Bus nach Sigchos. 2 Stunden lang ging die Fahrt durchs Gebirge und kostet rund $2,50. Sigchos ist ein kleines Bergdorf mit vielleicht 30 Häusern, einer Schule und einem Laden. Hier startete unsere erste 12km Wanderung nach Isinlivi. 

Die Gegend befindet sich mitten in den Anden und ist stark durch die umliegenden Vulkane geprägt. Das heißt, steile Berge bis teilweise über 5000m, tiefe grüne Täler, Felsplateaus, und Bergflüsse. Isinlivi liegt auf einem solchen Plateau und wir schliefen bei einer ganz lieben Familie, mit großem Haus, Garten und sogar einem Llama und einem ganz jungen Kalb im Garten. Ein richtiger Homestay, wie man es sich vorstellt. Daher entscheiden wir uns spontan noch zwei Nächte länger dazubleiben und die Gegend um Insinlivi auf Tagestouren zu erkunden. Das Hostal Taita Christobal ist wirklich sehr zu empfehlen und ist mit 15$ pro Nacht inklusive Frühstück und Abendbrot nicht nur günstiger als das gehypte und überbewertete LuluLlama, sondern man bekommt auch ein Privatzimmer und wird ganz herzlich in die Familie aufgenommen.

Von Insinlivi ging es dann knapp 13km weiter bergauf nach Chugchilan, um am darauffolgenden Tag die letzten 15km auf 3900m zum Kraterrand aufzusteigen. Der Aufstieg ist anstrengend, da man die dünne Luft bereits merkt, aber der Ausblick belohnt für alles. Wir hatten all die Tage ausschließlich blauen Himmel und Sonnenschein und konnten vom Kraterrand den 50km entfernten Cotopaxi, aber auch den 5200m hohen, schneebedeckten Illiniza Norte und seinem Schwesterberg Illiniza Sur sehen. Ein grandioser Abschluss einer tollen Wanderung

Mit dem Bus ging es via Latacunga zurück nach Quito, um am nächsten Tag meine Schwester abzuholen. Sie flog von Hamburg via Amsterdam nach Quito. Ich freu mich sehr, dass sie da ist.

Die nächsten 2,5 Wochen reisen wir zusammen und werden neben Otavalo, Mindo und Puerto Lopez auch auf die Galapagos fliegen. Was wir alles erleben, gibts im nächsten Blogpost. Diesmal aber nicht von mir, sondern von einer Gastautorin.

Viele Grüße!!!