Colombia Teil 6 – Medellín und Guatapé 

Als ich meiner Familie erzählte, dass ich nach Kolumbien reisen werde, war die Reaktion erst einmal etwas verhalten. Warum, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Der Hauptgrund warum viele in Deutschland und der westlichen Welt ein schlimmes Bild von Kolumbien haben, ist verständlich, wenn man ein wenig die jüngere Geschichte des Landes versteht. Da dies jedoch wie häufig, deutlich komplexer ist und viele Probleme zusammenhängen, versuche ich die Situation vereinfacht und sicherlich nicht vollständig zu umschreiben. 

Kolumbien ist extrem reich. Reich an fruchtbarem Land, reich an Bodenschätzen, hat Zugang zu Pazifik und Karibik, ist Tor zu Mittelamerika, aber auch der einzige Landweg nach Südamerika. Es gibt Berge, Urwälder, Flüsse, Seen, Wüsten und wie so oft wurde dieser Reichtum von wenigen Großgrundbesitzern ausgebeutet, während große Teile der Bevölkerung unter bitterer Armut lebten. Natürlich stellten die Eliten die politische Macht und so kam es dazu, dass sich linke Gesinnungsgenossen zusammenschlossen und in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts sogenannte Guerillas gründeten, um für eine bessere Verteilung zu kämpfen. Sie organisierten sich Waffen und kämpften im Untergrund. Einige von Ihnen verfolgten kommunistische Absichten. 

Auf der anderen Seite, gab es die Großgrundbesitzer und reichen Kolumbianer, die sich von der Regierung nicht ausreichend geschützt fühlten und Angst vor einem kommunistischen Umsturz hatten. Aus dieser Angst und mit ihrem Geld gründeten sie paramilitärische Einheiten, um gegen die Kommunisten und Guerillas zu kämpfen. 

Nun kommt noch ein dritter Spieler ins Feld. Nicht nur Kaffee, sondern auch Kokain wächst bekanntlich in den fruchtbaren Berggegenden Kolumbiens. Die Drogenkartelle, besonders in Medellín und Cali wollten gegen Ende des 20. Jahrhunderts sicherstellen, dass ihre Plantagen und Labore geschützt sind und sie uneingeschränkt und ohne von der Regierung gestört zu werden, operieren konnten. Hierfür arbeiteten sie abwechselnd mit Guerillas und Paramilitärs zusammen und schütteten somit zusätzliches Benzin ins Feuer. 

Die Regierungen und das Militär versuchten Herr der Lage zu werden und für Sicherheit im Land zu sorgen und gleichzeitig alle drei Kräfte zu bekämpfen. All dies führte zu einem über 30 Jahre lang währenden Bürgerkrieg, bei dem viele tausende Menschen ums Leben kamen. 

Dieser Konflikt spielte sich im ganzen Land ab, aber eines der Zentren dieses Krieges war Medellín. Von hier aus operierte das Drogenkartell, allem voran der schlimmste kriminelle Kolumbiens – Pablo Escobar. Auf seinen Befehl hin mussten viele Tausende Menschen sterben. Bis 2002 war Medellín eine der gefährlichsten Städte der Welt. Eltern mussten ständig Angst um ihre Kinder haben, wenn sie zur Schule gingen, man könnte sich so gut wie nie frei durch die Stadt bewegen, es gab Entführungen und Anschläge. Dieser Krieg hatte massive Auswirkung auf die Bevölkerung, auf die Wirtschaft und Ansehen in der Welt. Nicht zuletzt kostete es viel zu vielen, vor allem Unschuldigen, das Leben. 

Dank des harten Drchgreifens von Präsident Velvez und den Friedensverhandlungen von seinem Nachfolger Santos hat sich diese Situation deutlich verbessert. Seit knapp 10 Jahren herrscht Frieden. Kolumbianer können endlich ihr eigenes Land wieder bereisen und vor wenigen Tagen wurden die letzten Waffen der größten Guerillagruppe, der FARC, an die UN übergeben und damit den Weg freigemacht für die Umwandlung der Guerilla in eine politische Partei. Ein großer Erfolg für den Frieden im Land. Die Wirtschaft wächst wie in keinem anderen südamerikanischen Land und auch die Touristen kommen wieder. Ein Vergleic zeigt, dass im Jahr 2000 gerade einmal 50.000 Touristen nach Kolumbien kamen. 2016 waren es knapp 5 Millionen – Tendenz steigend. 

All dieser Umbruch ist wohl am Besten in Medellín zu sehen. Medellín liegt mit seinen 2,5 Millionen Einwohnern auf rund 1600m in einem breiten Tal umgeben von Bergen nord-westlich von Bogota. Es ist die Hauptstadt vom District Antioquia und zweitgrößte Stadt Kolumbiens. Gegründet im 17 Jhd und zunächst hauptsächlich von Basken und Juden aus Europa bewohnt, liegt es auf einer Höhe von 6 Grad nördlich des Äquators und ist ganzjährig angenehm warm. Hier spricht man auch vom immerwährenden Frühling mit Tagestemperaturen um die 25 Grad und nachts selten kälter als 12 Grad Celsius. 


Den ersten großen Boom bekam Medellín als Mitte des 19 Jahrhunderts der weltweite Kaffeeboom ausbrach. Die Gegend rund um Medellín eignet sich hervorragend um Kaffee anzubauen. Leider erschwerten die Anden den Transport des Kaffees an die Küsten, so dass man Anfing eine Eisenbahn zu bauen. Diese brachte die Industrialisierung, in die bis dahin hauptsächlich nur von Bauern bewohnte Gegend. Medellín begann zu boomen und zu wachsen. 

Medellín ist heute Zentrum für Banken und Serviceindustrie, große Universitätsstadt und hat als einzige Stadt Kolumbiens ein sehr ausgeklügeltes öffentliches Verlehrsnetz mit Metro, Straßenbahnen, Seilbahnen und Rolltreppen, um vor allem arme Viertel besser in die Stadt zu integrieren und so soziale Unruhen vorzubeugen. 


All die Informationen und viel mehr bekam ich  auf der wohl besten Free walking Tour, die ich bisher gemacht habe. Ein großes Lob daher an Hernán von Real City Tours für die spannenden 4h durch Medellín’s Stadtzentrum. Ein Muss für jeden Medellínbesucher. 


Außerdem fuhr ich mit dem Bus ins etwa 90km entfernte Guatapé. Dies kann man als Tour machen oder wie ich auf eigene Faust. Ab Portal del Norte kommt man für 13500 Pesos (4€)  nach Guatapé. Hier befindet sich ein Naherholungsgebiet für die Bewohner von Medellín, aber auch Urlaubsziel vieler Kolumbianer – der große Stausee Embalse del Peñol. Einen ganz besonderen Ausblick bekommt man vom rund 250m hoch gelegen Piadres del Peñol. Ein Monolith, den man über 750 Stufen besteigen kann und der einen atemberaubenden Ausblick über die Gegend ermöglicht. Nach dem Besuch ging es noch eine Stunde durch das Städtchen mit typischen kolonialen Häusern und schön bemalten Häuschen. 

Da ich recht wenig vorausplane, ändern sich meine Pläne immer spontan. Gestern habe ich einen Flug nach Pasto gebucht, um mich von da aus recht schnell nach Quito aufmachen zu können. Ich möchte mich nämlich in 2 Tagen mit meinen beiden Freunden Luise und Tony aus der Sprachschule treffen, um eine 4-5 gängige Wanderung auf dem Quilotoa Loop zu machen. Den muss ich auch jetzt beginnen, da nächste Woche Donnerstag das Julchen kommt. 

Ich weiß, dass ich zu wenig Zeit in Medellín verbracht habe, dass ich Cali und Popayan nicht besucht habe, dass ich nicht in der Pazifik oder der Amazonasgegend war. Aber ich weiß, dass ich wieder kommen werde. 

Alles hat ein Ende und so fällt es mir doch sehr schwer von Kolumbien Abschied zu nehmen. Ich bin nun seit fast 7 Wochen im Land und die Zeit verging wie im Fluge. Ich habe unheimlich viel erlebt, tolle Menschen kennen gelernt, viel gesehen, gewandert, getaucht, gekitet, Aguila und Aguadiente getrunken, Arepas gekocht und gegessen, estudié un poco de español, Tejo gespielt, Salsa und Champeta gelernt, Boteros Kunst bewundert und trotzdem noch genug übrig gelassen, um wieder zu kommen. 

Mit einem weinenden und einen lachenden Auge verlasse ich dieses tolle Land, welches sich nicht verstecken braucht, welches stolz ist und es auch sein kann, auf das was es besitzt und vor allem in den letzten Jahren erreicht hat und welches auf jeder Reiseliste ganz oben stehen sollte. 

Danke an alle, die mir ihr Land gezeigt und erklärt haben. Allen voran Ligia & Elli aus Carthagena, Viktor aus Santa Marta, Andrea aus Cali, Hernán & Laura aus Medellín und natürlich Santiago aus Bucaramanga. 

Das nächste Abenteuer wartet und ich bin gespannt, wie Ecuador sein wird.  


¡Muchas gracias, adiós y hasta la vista Colombia!

Colombia Teil 5 – Bogotá und Salento

Nach knapp 10 Wochen in der Karibik, hatte ich direkt mal wieder Lust auf unter 25 Grad Celsius. Und da ich mich sowieso langsam Richtung Süden aufmachen muss, weil in knapp zwei Wochen meine Schwester kommt, buchte ich meinen Rückflug von San Andres in die Hauptstadt Kolumbiens. Bogotá liegt auf rund 2600m Höhe und ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Südamerikas. Vor 100 Jahren gerade einmal 100.000 Einwohner groß, leben heute mittlerweile knapp 10 Millionen hier. 


Bogotá ist wirtschaftliches, kulturelles und auch politisches Zentrum Kolumbiens. Es ist bekannt durch seine wilder Vergangenheit und den vielen Anschlägen der Guerillas und der Drogenkartelle, allen voran Pablo Escabars. 

Ich besuchte hier meinen Freund Santiago, den ich in Cabo kennen gelernt habe. Er studiert in Bogotá Medizintechnik und war so lieb, mich für ein paar Tage aufzunehmen. Mucias gracias amigo!


In Bogotá besuchte ich den Hausberg Monserrate, der auf knapp 3200 Metern über die Stadt wacht. Hier hat man eine beeindruckende Aussicht auf die mehr als drei mal so große Fläche wie Berlin – Sonnenuntergang inklusive. Auf den Berg bin ich mit einer von Schweizern gebauten Seilbahn gefahren und runterzu mit dem Funicular – einer Zahnradbahn, die sicher auch von den Eidgenossen gebaut wurde. 


Am nächsten Tag ging es ins Goldmuseum, um die Schätze und Goldschmiedearbeiten der Indigenen aus der Zeit vor der Kolonisation zu bewundern. Sehr beeindruckend! 


Außerdem das Bodero Museum, in dem viele Kunstwerke von Bodero selbst, aber auch aus seiner Privatsammlung ausgestellt wurden. Neben vielen Picassos gab es auch Monets und andere berühmte Kunstwerke zu sehen. Bodero ist wohl der bekannteste noch lebende Künstler Kolumbiens. Leider wohnt er im Exil, da er mit seinen Kunstwerken keine Freunde hier gemacht hat. 


Abschließend nahm ich an einer 4 stündigen Fahrradtour durch Bogotá Teil. Bike Tours Bogotá organisiert diese jeweils vormittags und nachmittags und man bekommt einen wirklich klasse Eindruck über die vielseitige Stadt und deren Geschichte. Armenviertel, sogenannte Slums, als auch gutbürgerliche Viertel liegen teilweise nur wenige Radminuten auseinander. Wir kamen vorbei am Parlament, Plaza Simon Bolivar, sahen die vielen Streetart Graffitis, die die Geschichte versuchen aufzuarbeiten oder Missstände auf zu zeigen und besuchten einen riesigen Obstmarkt. Für die Narcos Fans unter euch: auch am Ort der Ermodrung von Jorge E. Gaitán kamen wir vorbei. Dieser ist heute inmitten der Hauptfußgängerzonr. 


Besonders verstörend war, dass der größte Drogenumschlagplatz der Welt in den 80ern gerade einmal 15 Fußminuten vom Präsidentenpalast entfernt war. Zufall? Als jedoch die Drogenkartelle den Palast in den 80er mit Raketen beschossen haben, lies der Präsident mit dem Bürgermeister das ganz Viertel den Erdboden gleich machen. Heute befindet sich hier der Millenniumspark, der aber nicht wirklich von den Bürgern Bogotás geliebt wird. Die Junkies und Dealer haben sich natürlich nicht vertreiben lassen und sind in andere Viertel ausgewichen. 

Ebenso schockierend ist, dass Bogotá trotz 10 Millionen Einwohner, mäßig Universitäten und über 1500 qkm Fläche keine U-Bahn, S-Bahn oder Tram hat. Das gutausebsute Tram etc. des 19 Jhd ist in der Zeit der Aufstände Anfang des 20 Jhd komplett zerstört worden. Auch der seit 30 Jahren geplante Bau der U-Bahn verschiebt sich immer wieder. Interessenkonflikte und Korruption verhindern den Beginn der Arbeiten. Somit fährt man Entweder Auto, Motorrad oder mit dem Transmillenio, einem riesigen, aber ständig überfüllten Schnellbussystem. Alternativ sind viele Bogotáner aufs Fahrrad umgestiegen, was in manchen Gegenden der Stadt auf Grund der Berge aber nicht so spaßig ist. 


An meinem dritten Tag fuhr ich nach Zipaquirá. Hier wurde in einem Salzbergwerk eine riesige Kathedrale errichtet. Leider ist das ganze sehr touristisch und auch nicht günstig – 50.000 pesos für Ausländer, was in etwa 15€ sind. Aber irgendwie trotzdem beeindruckend ein Kirchenschiff mit 120m Länge, über 20m Breite und 16 Meter Höhe, 180m unter Tage zu sehen. 


Von Bogotá ging es dann ins Kaffeedreieck nach Salento. Die Busfahrt war mit 6-9h veranschlagt. Dies verwunderte mich etwas, da es ja nur 280km sind. Wie sich später herausstellte, musste der Bus über einen der Andenrücken fahren und von Bogota erstmal 2300m Höhenmeter ins Tal fahren, um dann auf der anderen Seite wieder auf über 3200m über den Pass zu quälen. Da es keine Zuglinien gibt, werden alle Waren hier von riesigen LKWs transportiert, die natürlich auch auf der serpentinenreichen, steilen und einspurigen Strecke fahren. 9h später erreichten wir Armenia und verpassten den letzten Bus nach Salento, so dass wir einfach mit dem Taxi die letzten 25km in das gemütliche Bergdorf fuhren. 


Am nächsten Morgen ging es zur Wanderung in das unglaublich schöne Cocora Valley. Bekannt ist es vor allem durch seine riesigen Wachspalmen. Die 5-stündige Wanderung führte durch Regenwald auf 2500m!!! bis zur Casa de Colibri auf 2811m und von da aus durch die Wachspalmenhaine zurück. Trotz anfänglichem Regen kam nach der Hälfte die Sonne raus und lies die Weiden in einem so tollen grünton erscheinen, wie ich es bisher nur in Indiens Teeregionen gesehen habe. 


Abends ging es dann noch zu einem sehr typischen Kolumbianischen (Trink) Spiel – Tejo. Beim Tejospielen wird mit handseifengroßen Metallklötzen auf circa 6m Entfernung versucht, die auf einem Metallring platzierten, kleinen Tütchen mit Schießpulver zu treffen. Man spielt in Teams und wer den Klotz am Nähesten an den Ring wirft, bekommt einen Punkt. Bringt man eine der Tütchen zur Explosion💥 , gibt es 3 Punkte. Trifft man in den Ring 6 Punkte und schafft man es die Mitte zu treffen und eine Tüte zur Explosion 💥 zu bringen, gibt es 9 Punkte. Wer als erstes 21 hat, hat gewonnen. 

Es erinnert ein wenig an Hufeisen werfen kombiniert mit Sprengstoff.  Die Explosionen sind schon laut und es macht riesigen Spaß. Wichtig dabei ist, immer viel Bier oder Aquadiente zu trinken. Aquadiente ist der kolumbianische Nationalschnapps mit 29%, der ein wenig an Uozo erinnert und immer gleich flaschenweise bestellt wird. Wir haben uns mit Bier zufrieden gegeben. 😝



Von Salento aus geht es weiter Richtung Medellín. Hier wartet Pablo Escobars Erbe darauf besucht zu werden. Ich denke, dass ich euch mehr davon in den nächsten Tagen berichten werde. Dies wird wohl dann auch der letzte Bericht aus Kolumbien werden, denn danach geht es nach Ecuador 🇪🇨! 

Viele Grüße vom Plaza Simon Bolivar in Salento!

Colombia Teil 4 – Sprachschule und San Andres

Ganz vorab erstmal – mir gehts hier in Kolumbien richtig gut. Keine Verluste, kein Ausrauben, kerngesund und frohen Mutes endlich Spanisch zu lernen, besuchte ich die ersten 2 Wochen nach meiner Ciudad Perdida Tour die Toucan Sprachschule in Cartagena. 

Die Sprachschule hat ganz neu eröffnet und Cartagena ist somit die dritte Niederlassung von Toucan in Kolumbien nach Medellin und Bogotá. Ich konnte sogar von dem Eröffnungsangebot Nutzen machen, in dem ich zwei Wochen Sprachschule für den Preis von Einer bekommen habe. Unterrichtet wurde ich von Andrea und Norman, zwei Lehrern aus Cartagena, die wirklich einen tollen Job gemacht haben. Mit in der Klasse waren zwei Briten, aus Manchester, mit denen ich mich ganz hervorragend verstanden habe und ganz viel Spaß hatte. Beide waren, wie ich, sehr bestrebt möglichst viel mitzunehmen und so haben wir nach unseren 4 Stunden Unterricht von 9-13 Uhr am Nachmittag immer zusammen geübt und Hausaufgaben gemacht. 


Die Schule organisierte auch Nachmittagsaktivitäten wie Stadtführung, Obstverkostung, Kochkurs, Salsa- und Champetaunterricht oder eine Fahrradtour. Von den Aktivitäten haben wir natürlich immer Gebrauch gemacht, um neben dem Unterricht möglichst viel von Land und Leuten mitzunehmen. 


Natürlich muss man die 2 Wochen realistisch sehen und meine Spanischkenntnisse sind jetzt nur eine kleine Grundlage, auf der ich aber aufbauen kann und immer wieder versuche mit den Locals hier Konversationen zu führen. Ich denke, dass klappt auch ganz gut, wenn ich nur nicht immer die Vokabeln vergessen würde. 🙈 Früher ging das irgendwie einfacherer 😂 

AmWochenende  zwischen den beiden Wochen waren wir feiern in der Stadt und in Boca Grande am Strand. Es gibt wirklich schlimmeres.  😝

Am letzten Wochenende sind wir dann auch noch zum kleinsten Vulkan des Landes gefahren, Den nur 15m hohen Vulkan kann man einfach über eine Treppe besteigen und im Kegel im Schlamm baden. Schon irgendwie lustig, weil man ähnlich wie im Toten Meer nicht untergeht und oben auf dem Schlamm treibt. Natürlich ist die Brühe gut für die Haut und wir hatten unseren Spaß uns gegenseitig unterzutauchen. 

Nach meinen zwei Wochen in Cartagena, bin ich dann auf die Insel San Andres geflogen. San Andres liegt circa 800km nordwestlich von Cartagena und 150km vor der Küste von Nicaragua, mitten in der Karibik. San Andres ist 12km lang und 3km breit und wird von rund 70.000 Einwohnern bewohnt. Die Insel war immer wieder Streitpunkt zwischen Kolumbien und Nicaragua und ist eine der wenigen Gegenden Kolumbiens, in der neben spanisch auch englisch gesprochen wird. Dies ist auf die Creolische Bevölkerung zurückzuführen, die im 17 Jhd von den Briten als Sklaven auf die Insel gebracht wurde und deren Nachfahren heute noch auf der Insel leben. 



Die Insel und umliegende Riffe sind paradiesisch schön und besonders für die top Tauchspots bekannt. Da ich die Unterwasserwelt liebe, war meine Hauptbeschäftigung auf der Insel auch das tägliche Tauchengehen. Ich fand sogar eine deutschsprachige Tauchschule namens „Karibik Diver“, die von Christian aus Bayern betrieben wird. Er lebt bereits 3,5 Jahre auf San Andres und hat hier bereits über 2000 Tauchgänge gemacht. In meinen sieben Tauchgängen mit ihm, habe ich eine wahrlich Traumhafte Unterwasserwelt und ganz viele tolle Tiere gesehen. Dazu zählten Ammenhaie, Riffhaie, Lobster, Moränen, Flughähne, Bracudas, Stachelrochen und sogar einen Mantarochen mit über 2m Spannweite. In über 2000 Tauchgängen, hat Christian nur einmal vorher einen Mantarochen in San Andres gesehen – also absolutes Glück gehabt! 

An einem Nachmittag habe ich mir dann ein Fahrrad genommen um die Insel einmal zu umfahren. Der Norden mit der Hauptstadt ist nicht so sonderlich schön da viele Touristen und nicht so schöne Gebäude in den Hinmel ragen. Der Rest der Insel ist jedoch so karibisch, wie es nur sein kann – mit Palmen, weißen Stränden und azurblauem Wasser. Im Inneren der Insel gibt es eine Süßwasserlagune, in der sogar Krokodile oder Caimane wohnen. Wie die da hin gekommen sind? Keine Ahnung! 🤷‍♂️


Nach fünf Tagen war meine Zeit leider wieder vorbei und ich bin in den Flieger zurück aufs Festland. Mein nächstes Ziel ist Bogotá. Hier treffe ich mich mit einem Freund aus Cabo bei dem ich ein paar Tage bleibe, bevor es weiter nach medellin und eventuell Salento geht. Von Bogotá und Medellín Berichte ich aber in meinem nächsten Blogpost. 

Viele Grüße in die Heimat und vielen Dank für euer Interesse!

Colombia Teil 3 – Ciudad Perdida – Die verlorene Stadt

Es sind schon wieder zwei Wochen vergangen, seit meinem letzten Beitrag. Der heutige soll um einen ganz besonderen Teil meiner Reise gehen – die Wanderung in die verlorene Stadt Ciudad Perdida. 


Im Norden Kolumbiens leben seit vielen hunderten von Jahren indogene Völker, die schon lange vor der Entdeckung und Kolonisation durch die Spanier, diese Gegend Südamerikas bewohnten. Eines der größten Völker, die die Karibikküste besiedelten, waren die Tairona Indianer. Als die Spanier anfangs des 17 Jhd. anfingen die Gebiete zu erobern und die Indianer zum Christentum zu konvertieren, flüchteten die verbliebenen Tairona in den unzugänglichen Gebirgszug Sierra Nevada de Santa Marta. Das Gebirge hat mit seinem höchsten Berg, dem 5776m Pico Cristobal, auch gleichzeitig den höchsten Punkt Kolumbiens. Eine der größten Städte der ehemaligen Tairona Indianer, ist die 1975 durch Graberäuber wiederentdeckte Stadt Ciudad Perdida. 


Ciudad Perdida ist die nach dem in Peru liegenden Machu Picchu, zweitgrößte präkolumbische Stadt Südamerikas. Sie liegt tief im Dschungel versteckt, so dass ich mich auf die 4 Tage lang dauernde Wanderung aufmachte. Unterwegs war ich mit einem der wenigen Reiseanbieter – Baquianos –  die Touren dahin anbieten dürfen. Gebucht habe ich es aus dem Tikihut Hostel. Günstig war es leider nicht, jedoch trotzdem jeden Cent wert. Für knapp  270€ ist man dabei und bekommt Transport, Unterkunft in Hängematte oder Bett, Essen, einen Guide, in unserem Fall sogar noch einen Übersetzer gestellt. Alles inklusive sozusagen. 


Wie waren insgesamt zu acht, außer mir noch zwei Deutsche, drei US Amerikaner, eine Holländerin und ein Belgier. Super coole Leute und eine echt tolle Truppe, in der ich viel Spaß hatte und die alle die knapp 50km lange Wanderung gut durchstanden. 

Tag 1

Abgeholt wurde ich am ersten Tag früh um 8 im Hostel. Meinen großen Rucksack hab ich selbstverständlich nicht mitgenommen, sondern nur den Kleinen mit langen Sachen für die Nacht – gegen Moskitos – ein zweites T-shirt, Waschtasche, Badehose, Flipflops, Mückenspray!!!, Sonnencreme und Wasser und natürlich meine Wanderschuhe! Um 10 waren wir alle vom Pickup eingesammelt. 1,5h lang ging es dann bis El Machede, dem letzten noch mit dem Auto erreichbaren Ort, um Mittag zu essen und von da aus mit der Wanderung zu beginnen. Bei 32 Grad, Sonne und knapp 90% Luftfeuchtigkeit wandern zu gehen ist schon sehr anspruchsvoll. Das Ganze dann noch den Rucksack und 3l Wasser durchs Gebirge zu schleppen ist besonders anstrengend. Es dauerte ungefähr 15 Minuten und ich war komplett durchgeschwitzt. 🙈 


Das Gute ist, dass nach circa 300 Höhenmetern oder 2h Wanderung die erste Pause eingelegt wurde, wo wir mit Wassermelone verköstigt wurden. Landschaftlich unheimlich beeindruckend erstreckt sich der dichte Urwald über die Berge, durchzogen von Wasserfällen, die sich in klären Flüssen sammeln, um dann Richtung Karibik abzufließen. Immer wieder ist der Urwald durch einzelne grüne wiesenfläxhen unterbrochen. Diese stammen aus der Zeit des Bürgerkrieges, als viele Kolumbianer aus Bogota and Medellín hierher flüchteten um Landwirtschaft zubetreiben. Anfangs wurde hauptsächlich Marihuana, später Coca angebaut. Seit knapp 10 Jahren hat die Regierung und das Militär dafür gesorgt, dass dies nicht mehr geschieht und somit sind größte Teile der Fläche jetzt Viehweiden. 

Nach einem weiteren Stopp und insgesamt weiteren 4h wandern erreichten wir unsere erste Unterkunft für die Nacht. Alle waren platt und ko und so ging es nach dem Abendbrot um 18:00 Uhr für die meisten direkt ins Bett, denn um 4:30 war aufstehen angesagt. 

Tag 2

Der zweite Tag war als anstrengender angekündigt als der Erste. Dummerweise habe ich wohl meinen rechten Schuh nicht richtig gebunden, so dass ich nach dem ersten Tag bereits eine Blase an der rechten Ferse hatte. Heute sollte es 12 km weiter höher und tiefer in den Dschungel gehen. Bergauf, bergab, durch und über Flüsse und entlang des schmalen Weges. Wir machten unterwegs einen sehr erfrischenden Zwischenstopp an einem Wasserfall und badeten im Fluss. Hier sah ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Gürteltier. Leider war es Tod, aber irgendwie schon beeindruckend. Um 16:30 erreichten wir das letzte Camp vor dem 1200 Stufen langen Aufstieg in die verlorene Stadt. 


Tag 3

Über Nacht aufgehangene Klamotten wurden natürlich nicht trocken, sondern waren eher noch feuchter als zuvor. Aber da wir alle gleichermaßen durchgeweicht waren, konnte sich keiner über den Geruch beschweren. 😂 

Wie am Tag davor begannen wir den Tag früh morgens, bevor die Sonne aufging. 5 Uhr Frühstück und los gehts. Nach einer weiteren Flussdurchquerung ging es den 1200 Stufen langen Aufstieg in die verlorene Stadt. Oben angekommen waren wir von der Schönheit total überwältigt.  Die anstrengendste Wanderung die ich je gemacht habe, hat sich total gelohnt. Unser Guide führte uns durch die gesamte, für den Tourismus frei gegebene Stadt. Allerdings waren wir nicht ganz alleine. Abgesehen von den knapp 35 Touristen, die außer uns noch die Wanderung angetreten haben, flog nach knapper halben Stunde erstmal ein riesiger Militärhubschrauber im Tiefflug an uns vorbei. Wie sich später herumstellte, lieferte er Baumaterial, einen Kühlschrank und die Wachablösung für die vor Ort stationierten Soldaten. Die Aufgabe der Soldaten ist, das Gebiet abzusichern und für Sicherheit zu sorgen, vermutlich vor Guerillas, Grabräubern und illegalen Drogenanbau. Nach kurzem Schwatz mit den Soldaten, Fototermin mit den Gringos und kurzer Erfrischung in einem natürlichen Pool, ging es nach knapp 3h zurück. Es standen der Abstieg und weitere 10km wandern in brennender Mittagssonne an. Meine Füße schmerzten schon sehr, aber was will man machen. Da muss man einfach durch. 

Wir hatten Mega Glück mit dem Wetter, da es nie während der Wanderung regnete, sondern immer anfing, kurz nach dem wir die Unterkunft erreichten. 

Abends gab es noch eine interessante zweistündige Frage und Antwort Runde mit einem der Ureinwohner, der uns seine Kultur näher brachte und auch genau erklärte, was es mit dem Coca bei den Ingigenen auf sich hat. Schon wirklich schwer vorstellbar, dass es heutzutage ganze Stämme gibt, die noch nie die Zivilisation gesehen haben und tief im Urwald leben, wie vor hunderten von Jahren. 

Die letzte Nacht schliefen wir nicht in Betten sondern auf Empfehlung unseres Übersetzers in den Hängematten. Bed bug alarm! Ich schlief wie ein Baby bis 4 Uhr als ich mit einem lauten Knall auf dem Boden landete, weil sich die Schnur meiner Hängematte gelöst hatte. Es war gar nicht so einfach in liegen aus der Hängematte mit Moskitonetz zu grabeln. 😂 Aber ich könnte, nachdem die Matte wieder ging, doch noch mal die eine Stunde schlafen. 

Tag 4

Der letzte Tag und wohl der anstrengenste von allen. 14km waren es noch bis zum Ausgabgspunkt und die letzten 3 Tage spürte ich schon in den Knochen. Aber wir wollten es fertig bringen und die Aussicht und Natur motivierten mindestens so sehr wie die Aussicht auf eine Dusche, frische Klamotten und ein richtiges Bett. 


Die Wanderung war wirklich klasse und ich bin total froh, sie gemacht zu haben. Es war beeindruckend zu sehen, wie hier Menschen noch wie seit hunderten von Jahren leben, wie undurchdringbar der Dschungel ist und sich wieder einmal zeigte wie toll einfach Kolumbien ist. 

Als nächstes geht es für mich zurück nach Cartagena. Die nächsten 2 Wochen werde ich hier verbringen und einen spanisch Kurs besuchen. Die erste Woche ist sogar schon um und es geht gut voran. Mein Plan Richtung Süden zu gehen, hat sich mal wieder spontan geändert und so werde ich wohl nach dem Sprachkurs zurück in die Karibik fliegen und auf San Andres, einer zu Kolumbien gehörenden Insel vor Nicaragua, tauchen gehen und mich wohl von der Karibik verabschieden, da ich mich schon mit einemFreund aus Cabo de La Vela in Bogota verabredet habe. 

Wie es auf San Andres ist und was ich alles erleben werde, gibts dann im nächsten Post.

¡Hasta pronto amigos!

Colombia Teil 2 – Kiten in Cabo de la Vela

Riohacha, 25.5.2017, es ist 4:45 und es klingelte der Wecker. Wir sind erst vor 4,5h in Riohacha angekommen, nach dem sich meine Abholzeit aus Palomino um 6h nach hinten verschoben hat und man Nachts die Strecke in die Wüste nicht fahren kann. Warum erklär ich gleich. Also schnell Sachen packen und Punkt 5:00 ging es  von Riohacha in die Wüste Richtung Cabo. Die Fahrt ist schon ein Erlebnis. In Ulivia noch mal schnell an einer der vielen mehr oder weniger legalen Straßen-Tankstellen für 6,50€ den Wagen voll getankt (45Liter) – Sprit kommt aus Venezuela das keine 150km entfernt ist – und wir sind bereit, richtig in die Wüste zu fahre.  

Zur Zeit bin ich in der Provinz La Guajira, eine der ärmsten Regionen Kolumbiens, welche fast ausschließlich von den Wayuu Indianern verwaltet und bewohnt wird. Recht hohe Korruption führt dazu, dass viele Gegenden immer noch nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, obwohl die Leitungen teilweise schon liegen, aber alles nur halb fertig ist, weil das Geld dafür irgendwo versickert. D.h. Generatoren liefern von 18:00-22:30 Uhr Strom für Licht und Handy laden. Von fließendem Trinkwasser sprechen wir mal nicht, das kommt wie immer mit dem LKW und kann man nicht trinken oder man hat sich einen Brunnen gegraben. Auch dann sollte man es nicht trinken. Aber zum Duschen und abwaschen gehts. 

Das selbe gilt auch für die Straßen, 15km vor Cabo hört die Straße einfach auf. Und wir mussten mitten durch die Prärie. Gut, dass wir ein SUV hatten. Ohne wäre das schon ne harte Nummer geworden. Daher ist auch Nachts fahren keine gute Idee, da man nichts sieht. 


Cabo hat circa 800 Einwohner und ist ein einfaches und armes, kleines Dörfchen, mit einer tollen Bucht, welches als Sprungbrett zum nördlichsten Punkt Südamerikas – dem Punta Galina – dient und natürlich dem Kitetourismus. 


Sophie (ursprünglich aus Bayern) hat hier zusammen mit Martin (einem Wayuu) die erste Kiteschule vor 6 Jahren eröffnet. Mittlerweile sind es bestimmt 6 oder 7, da der Spot sich wirklich optimal dafür eignet – immer wehender Wind aus Osten, eine große, lang gezogene Bucht und flaches Wasser. Besonders toll fand ich, dass die beiden den Jugendlichen aus dem Ort die Perspektive geben, im Kiten eine Karriere aufzubauen. Daher sind auch immer viele junge Wayuu bei uns gewesen, die wirklich richtig gut fahren konnten und auch als Instruktor gearbeitet haben. 


Bei den Kiteaddicts angekommen, gab es erstmal Frühstück, Zimmer beziehen, Yoga und dann den Instructor treffen. Ich lernte bei Pedro, 17 Jahre, Wayuu und wohl einer der Besten in ganz Kolumbien, da er sogar für das U18 Olympia Team antritt, wie er mir erzählte. 


Da ich schon mal an der Ostsee ein kleines Kitecamp besucht hatte und schon immer gerne Lenkdrachen geflogen bin, viel es mir recht leicht anzufangen. Kitekontrolle, Body-Drag und Bord-Drag standen am ersten Tag an. Abends dann wieder Yoga mit Lisa aus Bogota. 


Am zweiten Tag ging es nach morgendlichem Yoga direkt ins Wasser. Tagesziel war Starten, und ein paar Meter fahren. Das hat auch alles super geklappt, so dass ich die letzten beiden Tage zum festigen der Kenntnisse und zur Gewinnungen von Sicherheit nutzen konnte. 


Die Pro’s im Camp wurden von Paula Novotna ausgebildet. Die gebürtige Tschechin ist eine der besten Kiterinnen der Welt und wirklich, wirklich gut. Fast alle Pro’s waren Kolumbianer wobei die meisten aus Cabo waren. Für sie gab es Tipps von der Profisportlerin. 


​Am letzten Tag des Camps sind fast alle recht früh nach Punta Galina aufgebrochen. Da ich allerdings gerne den Lost City Trek vor meiner Sprachschule machen möchte, bin ich mit Lisa zurück nach Riohacha gefahren (2h mit Umstieg in Ulivia für umgerechnet 22€) um dann in 3,5h für knapp 7,50€ nach Santa Marta mit dem Bus zu fahren. Gerade die ersten Kilometer mit dem 4×4 Jeep bis Ulivia waren ein Erlebnis. Der Fahrer ballerte mit seinen 7 Fahrgästen im Auto mit knapp 80-100 Sachen durch die Wüste 🌵 🙈


Santa Marta ist für mich nur kurzer Zwischenstopp und im nächsten Bericht geht es um Ciudad Perdida. Ich freu mich schon drauf 😊

Colombia Teil 1

¡Hola amigos!

Seit dem 15.5 bin ich jetzt schon in Kolumbien und ich bin total begeistert von diesem wunderschönen und so abwechslungsreichen Land. Es ist vier mal so groß wie Deutschland, hat 45 Millionen Einwohner und traurigerweise durch seine Verganenheit ein ziemlich falsches Image. Nein, hier laufen nicht alle mit Waffen rum, kidnappen Touristen oder rauben Leute aus. Nicht überall gibt es Drogen, Mafiabosse oder FARC Guerillas.

Meine ersten Tage haben ein ziemlich anderes Bild von Land und Leuten hinterlassen. Extrem freundliche, hilfsbereite Menschen, die stolz auf ihr Land sind und sich über Besucher freuen und bereitwillig ihr Land und ihre Kultur zeigen und erklären wollen. Außerdem fühle ich mich  meistens sicher, aber mehr dazu später.

Ein Bier kostet im Supermarkt 70 Cent, die Nacht im Hostel um die 10€ und ein ordentliches Abendessen um die 7€. Busfahren (15€ für 7h aka 300km) und Fliegen (Carthagena -> San Andres für 50€) ist wohl die beste Möglichkeit um herum zu kommen.

Gelandet bin ich in der Millionenstadt Carthagena. Die traumhaftschöne koloniale Altstadt lädt zum schlendern durch die Gassen  und die vollkommen erhaltene Stadtmauer zu einer Stadtumrundung ein. Ich besuchte die beeindruckende Festung Fortaleza de San Filip und nahm an einer kostenfreien walking Tour durch die Stadt teil. Ich blieb nur einen Tag, da ich zu meinem Spanischkurs in 2 Wochen zurück kommen werde und sicher noch einige schöne Ecken entdecken werde.

Von Carthagena ging es mit dem Bus für knapp 15€ nach Taganga. Hier kam ich in einen starken Wolkenbruch, wodurch sich meine Weiterfahrt um mehrere Stunden verzögerte, da alles unter Wasser stand. Spät am Abend bin ich dann doch noch gut angekommen.


Taganga ist ein sehr armes Fischerdorf, welches aber besonders beliebt bei Tauchern ist, da man von hier aus sehr schnell zu einem der vielen Dive Spots am Tayrona Nationalpark kommt. Untergekommen bin ich im sehr gemütlichen Divanga Hostel, welches nicht nur einen tollen Pool hat sondern auch klasse Mitarbeiter und exzellentes Essen hat.


In Carthagenas Altstadt fühlte ich mich sehr sicher, jedoch sollte man in Taganga gut aufpassen, da hier bevorzugt Gringos – nicht spanisch-sprechende, weiße Ausländer – ausgeraubt werden. Daher nie in der Nacht unterwegs sein oder wenn notwendig nur in größeren Gruppen. Ich selbst habe zum Glück keine negativen Erfahrungen gemacht, aber von einigen gehört, die überfallen wurden. Die Einheimischen meinten auch, dass es nur hier so schlimm ist, im Rest des Landes aber meistens sicher und das sieht man auch anhand der vielen Polizei- und Militär Check points die besonders die Straße Richtung Palomino und Riohacha absichern. Diese sind angeblich hauptsächlich dafür da, um die Gegend sicherer zu machen und den Drogenhandel zu unterbinden, da die Sierra Nevada eines der Hauptanbaugebiete für Koka und Marijuana war und sicher noch ist.


In Taganga habe ich dann in 2,5 Tagen meinen Advanced Open water Diver bei der Poseidon Tauchschule gemacht. Die Ausbildung war sehr professionell und das Equipment gut. Am besten fand ich meinen ersten Nachttauchgang, der wohl der coolste Dive war, den ich jemals gemacht habe. Nur mit Taschenlampe ausgestattet ging es kurz nach Sonnenuntergang ins schwarze, immer noch 28 Grad warme Wasser, um die Unterwasserwelt bei Nacht zu entdecken. Schlafende Fische, nachtaktive Lobster 🦐 und Oktopus 🦑 sowie bis zu 2 Meter lange Moränen 🐍 waren die Highlights. Etwas erschreckend war auf einmal als aus dem schwarzen Meer eine weiße Engelsfigur auf 12 Meter tiefe aus dem Wasser erschien. Hier ist wohl jemand beim Tauchen verstorben und man hat im Gedenken, eine Engelsfigur an diese Stelle installiert.

Von Taganga aus ging es dann mit dem Bus via Santa Marta nach Palomino im Osten. Dieses kleine verschlafene Touristendorf ist für Tubing, Surfing und für einen guten Einstieg in den Tayrona Nationalpark bekannt. In Letzteres ging es für mich dann auch am darauf folgenden Tag. Der Nationalpark ist größten Teils der letzte verbliebene Rest des Urwaldes der einst die gesamte Sierra Nevada bewuchs. Hier gibt es noch richtig dichten Dschungel mit Krokodilen 🐊 und Caimanen, Ameisenbären, Faultiere, Affen 🙉, Eidechsen 🦎 und Unmengen Mosquitos und anderem Krabbeltieren 🦂🐜🕷 Ich wanderte mit einer Truppe aus Dänemark, Schweden und Korea 2,5h von El Zaino nach Cabo del San Juan, wo ich die Nacht über in einer Hängematte schlief. Abends beim Zähne putzen trat eine andere Deutsche auch direkt erstmal auf eine 30cm lange, kleine Schlange die, wie sich später herausstellte, eine hochgiftige Blood Viper 🐍 war. Ihr ist nix passiert und nur mit dem Schrecken davon gekommen. Für mich war das eine kurze Erinnerung, dass ich mich im Urwald befinde.


Am nächsten Morgen bin ich dann mit einer Kolumbinerin aus Medellin 4,5h über und unter riesigen Steinen, straff bergauf und bergab zum Cabalazo Ausgang gewandert. Wir kamen auch an einem alten Indianerdorf vorbei, wo früher bis zu 250 Hütten standen – ein mini Maccu Piccu sozusagen. Komplett durchgeschwitzt und nach 4 Liter Wasser weniger im Rucksack, bin ich dann wieder gut in Palominos Dreamer Hostel eingeritten.


Von Palomino aus fahre ich dann nach Cabo de La Vela in der Wüstenprovinz La Guajira zu einem mehrtägigen Kitesurfing Camp bei den „Kite Addicts Colombia“.

Ich freu mich schon riesig und werde euch bald mehr davon berichten.