Potosí, Uyuni Salzwüste & Atacama Wüste

Auf meiner weiteren Reise durch Bolivien war der nächste Stopp Potosí.

Hier besuchte ich eine Mine in einem der wohl silberreichsten Berge der Welt – dem Cerro Rico. Der Berg wird seit mehr als  500 Jahren umgegraben und durchhöhlert. Erst die Inkas, aber so richtig erst die Spanier. Die Bedingungen unter denen heute die Kumpel Silber, Zinn und Kupfer fördern, sind katastrophal. Die Männer oder besser die Jungs beginnen bereits im Alter von 14 Jahren neben der Schule zu arbeiten. Die Lebenserwartung der Bergarbeiter ist gerade einmal 40 Jahre.

Zu Beginn der Einfahrt in den Berg werden 96%iger Alkohol, Zigaretten und Kolablätter dem Tio-Teufel  geopfert, um wieder heil rauszukommen. Das zu erleben war schon schockierend und beängstigend, während man in einem ein Meter hohen Stollen 150m unter Tage kriecht, man irgendwo Dynamit explodieren hört und Steine von der Decke fallen. Sicher nix für Klaustrophobieanfällige, aber sehr sensibilisierend, wie man mit dem Konsum zu Hause doch auch das Leben dieser Menschen irgendwie mit beeinflusst. Ich hoffe nur, dass die Versprechungen der Politik, diese Zustände zu ändern, endlich umgesetzt werden.

Potosí hat aber auch sehr schöne Seiten. So wurde vom Sportministerium ein 10k Lauf organisiert, an dem über 5000 Läufer teilnahmen. Natürlich war auch ich dabei. Aber 10k auf knapp 4000m zu laufen, ist echt nicht ohne und ganz schön anstrengend, besonders wenn es noch 300m hoch geht! Meine Endzeit war mit 1:08h trotzdem ganz ok. Es war ja mehr der Spaß und der war voll da. Es wurde sogar vor allen Läufern erwähnt, dass deutsche und französische Läufer dabei sind. Selbst der Präsident schaute zu. Coole Aktion allemal!

Von Potosí ging es nach Uyuni. Uyuni ist eine Wüstenstadt im mittleren Süden Boliviens und Ausgangspunkt für Mehrtagestouren auf den größten und sicher einer der berühmtesten Salzseen der Welt.

Ich nahm an einer 4-Tagestour Teil mit fünf anderen teil.  Wir wurden morgens von einem großen Toyota Geländewagen abgeholt. Mit ihm ging es zuerst in den Cementerio de trenes. Hier wurden nach der Stilllegung der meisten Zuglinien durch die Wüsten des Südens alte Dampflokomotiven hergebracht, die nun langsam verrotten. Ein perfektes Terrain für Fotografen und auch für viele Touristen. Wann kann man schon mal einen Zugfriedhof anschauen?

Vom Cementario ging es dann in die Salar de Uyuni. Die Salar ist eigentlich ein riesiger Salzsee mit 10000qkm, der jedoch unter einer weißen kristallisierten Salzkruste verborgen ist und auf circa 3660m Höhe liegt. Er erstreckt sich bis zum Horizont und man verliert jegliches Gefühl von Dimensionen. Daher können auf ihm auch richtig lustige Bilder gemacht werden.

Nach einem Besuch eines Salzsteinbruchs, in dem Salzklötze zum Bau von Häusern hergestellt wurden, ging es zu einem kleinen Dorf. Hier war unsere Unterkunft für die Nacht ein Haus, dass komplett aus Salz gebaut war – inklusive der Betten! Wir schauten uns noch den Sonnenuntergang, die Flamingos und Llamas an, bevor es früh ins Bett ging. Am nächsten Morgen bestiegen wir den Tunupa Vulkan. Die 5432m schafften wir zeitlich leider nicht, aber auch von 4800m hatte man eine geile Aussicht auf die Salar.

Der Salzsee ist an manchen Stellen bis zu 120 Meter tief und in der Regenzeit von einer Wasserschicht bedeckt, die wie ein riesiger Spiegel agiert. Und wie es sich für einen großen See gehört, hat dieser auch Inseln. Wir fuhren zur Kakteeninsel und erreichten diese auch nach knapp 1,5h Fahrt. Auf ihr standen beeindruckend große, gigantische Kakteen. Manche waren locker fünf Meter hoch und boten beste Möglichkeiten für Panoramafotos über die Salar.

Am dritten Tag ging es zu den Lagunen. Da gab es grüne, weiße und sogar bunte! Alle beziehen ihr Wasser von den umliegenden Vulkanen und Bergen, auf denen teilweise weit über 5000m hohen Bergspitzen der Schnee schmilzt und in den Lagunen zusammenfließt. In allen Lagunen, die sich pittoresk in die trockene, windige und unwirtschaftliche Landschaft einfügen, leben ganz viele Flamingos. Die einfach nur tollen Tiere konnte man perfekt in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten. Der Landstrich ist eine gottverlassene Gegend, in der wir stundenlang quer über Sand und Steine fuhren und weder Menschen, Dörfer noch irgendeine Pflanze sahen. Es ist eine der trockensten Gegenden der Welt, in der nur wenige Tage im Jahr Regen oder Schnee fällt. Die meiste Zeit fuhren wir auch jenseits der 4000m Grenze. Den Abschluss des Tages bildete der Arbol de Piedra – ein vom Wind geschliffener Stein, der wie ein Baum aussah.

Am nächsten Morgen ging es dann super früh raus. 3:30 Uhr klingelte der Wecker. Draußen waren  minus 10 Grad – wir waren ja auch über 4300m hoch – und auf dem Weg zu Geysiren. Dort angekommen, sahen wir die Sonne aufgehen und man merkte, wie aktiv die Erde hier noch ist. Als Teil des pazifischen Feuerringes schiebt sich die Nascarplatte unter die Amerikanische Platte, schmilzt diese auf und drückt Vulkane nach oben. Es dampft, brodelt und blubbert überall. Ein kleiner Yellowstone mitten in der Wüste. Nachdem wir ziemlich durchgefroren waren, ging es morgens um halb 7 verdientermaßen in die nahegelegenen Thermalquellen, um  im 39 Grad warmen Wasser zu schwimmen, während es draußen immer noch unter 0 war.

Die Tour durch Bolivien neigt sich ihrem Ende zu und für mich ging es  weiter nach Chile. Der einsame Grenzübergang mitten im Nirgendwo war schon irgendwie lustig. Eine Holzhütte, eine bolivianische Flagge und bestimmt 200 Touristen – inklusive deutscher Reisegruppe voller Bayern auf dem Weg nach Bolivien.

Ein Kleinbus fuhr uns nach San Pedro de Atacama in Chile. Es ist schon erstaunlich, wie Grenzen trennen. Kaum in Chile angekommen, fuhren wir auf asphaltierter Straße- bestimmt die Erste in fast einer Woche – die Grenzbeamten waren größer als die Kollegen in Bolivien und hatten keine Spuren indogener Vorfahren, sondern sahen sehr europäisch aus. Der erste Eindruck von San Pedro war auch wie Balsam für die Augen. Seit Wochen wieder eine saubere, aufgeräumte Stadt, eine kleine Oase mitten in der Atacamawüste, ohne hupende Autos, Autofahrer die anhalten, wenn man über die Straße will und keine rasenden, überfüllten Minibusse, sondern Privatfahrzeuge. Es gab eine Fußgängerzone mit vielen Menschen die bei 29 Grad durch die Souvenirshops schlenderten. San Pedro sieht ein wenig aus wie eine kleine Westernstadt, aber mit spanischen Wurzeln. Nach Tagen der Kälte war das Wetter auch so toll! Die nächsten fünf Tage verbrachte ich hier und unternahm ganz viele Tagestouren und erarbeitete mir fast den Status eines Mountainbikeguides. 😉

Am ersten Tag fuhren wir zur Cebrada del Diablo, einem vom Wasser geformten engen Canyon im sandigen Gestein. Er erinnerte mich ein wenig an den Antilope Canyon in Utah. Leider führte unsere Tour etwas abseits des Weges und so mussten wir ein Stück die Räder tragen, um wieder zurück zu kommen 🙈.

An Tag zwei ging’s dann zur Laguna Cejar, einem Salzsee in der Atacamawüste, der so viel Salz enthält, dass man – wie im Toten Meer – auf der Oberfläche treibt.

Am dritten Tag fuhren wir ins berühmte Valle de La Luna. Es fällt wirklich schwer, die Landschaft in Worten zu beschreiben, aber es scheint dort seit vielen Jahren kaum geregnet zu haben. Und wenn, dann formt das Wasser abstruse Figuren in den Stein, die, gepaart mit dem wie Puderzucker darüber liegenden Salz, wie eine Mondlandschaft aussieht. Aus diesem Grund erhielt der Nationalpark auch den Namen des Mondtals. Es gibt Dünen und Täler und alles vor der Kulisse der umliegenden Vulkane an der Grenze zu Bolivien.

San Pedro ist wirklich sehenswert – ein guter Tipp für alle die nach Chile kommen: Fahrt hier her und erkundet alles per Mountainbike –  euch erwartet eine saustarke Landschaft, die man per Bike am besten erleben kann.

Da ich ja mittlerweile fast Vulkanexperte bin ;), konnte ich natürlich den Lascar Vulkan nicht auslassen. Der Lascar ist einer, wenn nicht sogar der aktivste Vulkan Chiles. Mit seinen 5592m ist er auch nicht gerade klein, aber die Höhe hat mich bis jetzt noch nie aufgehalten 😉

Die Besteigung war recht einfach: Wir fuhren mit einem Jeep bis auf 4800m, frühstückten ein megageiles Baguette mit Käse und Salami, Schokocroissant, selbstgemachte Marmelade und Kokatee. Auch kulinarisch punktet Chile gegen Bolivien! Binnen drei Stunden waren wir oben, wobei 2 meiner 3 brasilianischen Mitstreiter nicht gut genug akklimatisiert oder konditionell nicht so fit waren und es nur bis zum Kraterrand schafften. Die Aussicht auf der Spitze war jedoch unglaublich. Ich zählte über 48 Vulkane im Umkreis und konnte aus dem Krater ein Knallen und Knurren hören. Es zogen dicke Schwefel- und Wasserdampfwolken über uns und man merkte, dass es da drinnen brodelt. Die letzte explosive Eruption schleuderte Asche bis nach Buenos Aires!

Den Abschluss meiner Wüstentour bildete der Besuch in der größten Mine der Welt. Nördlich von Calarma liegen die weltweit größten Kupferressourcen und diese werden auch kräftig ausgebeutet. Die Mine ist ein riesiges Loch mit vier km Länge,  drei km Breite und 1200m Tiefe. Hier arbeiten rund um die Uhr 90 Riesen-LKWs, von denen jeder 330 Tonnen Material aus der Mine fährt. Dieses Material wird dann zu 8500 Kathoden – 175kg pures, 99,997%iges Kupfer verarbeitet – pro Tag!!!! Wenn das das Tagesmenge einer Mine ist, braucht man sich nicht zu wundern, das der Bergbau über 50% des chilenischen BIP bildet. Und es gibt in dem gesamten Gebiet noch mindestens fünf weitere Minen! 😳

Nun fragt ihr euch vielleicht, von wo ich immer meine Blogtexte schreibe. Meistens entstehen sie auf meinem Handy mit der WordPress App, wenn ich im Bus sitze oder mir mal ein halben Tag Ruhe gönne. Dieser Artikel ist jedoch an einem ganz besonderen Ort entstanden – von dem wird der nächste Beitrag berichten. Bis dahin verbleibe ich mit einem Dank fürs Lesen und vielen Grüßen von der meist abgelegensten Insel der Welt 🗿

Auf den Huayna Potosí in Bolivien 🇧🇴 

Nach meiner erfolgreichen Besteigung des Pico de Orizaba, habe ich ein wenig Blut geleckt, und wollte mehr im Bereich mountaineering machen. Erfreulicherweise gibt es in der Gegend um La Paz genügend Möglichkeiten zum Bergsteigen und so machte ich mich auf die Suche nach einer Agentur, mit der ich den Huayna Potosi, den Hausberg von La Paz, mit seinen 6088m besteigen konnte. Dank Empfehlungen von Freunden und dem Vergleich mit anderen Agenturen habe ich mich dann für Huaya Potosi Travel Agency entschieden. Die Agentur führt seit 18 Jahren Bergsteiger auf den Gipfel und betreibt als einzige Agentur ihre eigenen Camps.

Die Tour sollte drei Tage und zwei Nächte lang sein. Im Hostel fand ich dann noch drei andere, die die Tour mit mir machen wollten und so wurden wir am ersten Tag abgeholt und direkt ins Lager gebracht, wo wir die verschiedenen notwendigen Ausrüstungsgegenstände wie Helm, Jacke, Hose, Gurtsystem und Eisaxt bekamen. Vom Lager ging es dann 1,5h mit dem Minivan zum Basislager auf knapp 4800m. In der liebevoll gebauten und ausgestatteten Hütte bekamen wir ein Mittagessen bevor es am Nachmittag zum Trainingseisklettern ging. Ich hatte das noch nie gemacht und habe mich total darauf gefreut. Wir wanderten also zum Gletscher hoch auf 5050m und kletterten an einer 15m Eiswand, gesichert durch Seil und Steigeisen + Axt nach oben. War ein Megaspaß und wer die Chance hat, sollte es unbedingt mal probieren.

Nach zwei Stunden auf dem Gletscher ging es zurück für Abendessen, Kaminfeuer und Vorschlafen, denn am nächsten Tag ging es gegen Mittag nach oben ins Highcamp auf 5350m. Wir mussten in unseren Rucksäcken alles Equipment mitnehmen, was durchaus auf locker 16kg kam und dadurch den Aufstieg schon anstrengend machte. Zum Glück war ich durch die Zeit in Peru gut akklimatisiert, sodass ich während des ganzen Trips keine Probleme mit der Höhenkrankheit bekam.

Im Highcamp angekommen genossen wir noch etwas die Sonne, bevor es dann noch ein Süppchen gab und ich 18 Uhr ins Bett ging, denn um 1 Uhr klingelte der Wecker für den Aufstieg auf 6088m. Das Anziehen und Anlegen des Equipments dauerte fast eine Stunde, aber warm eingepackt ging es bei sternenklaren Himmel und -10 Grad los. Man konnte die Wärmegewitter über dem Amazonasbecken sehen und La Paz war am Horizont gut zu erkennen. Ziemlich geile Aussicht, da auch der Halbmond gutes Licht spendete und die Luft superklar war.

In der Seilschaft ging es dann zu zweit + Guide in Richtung Spitze. Leider musste mein Seilschaftpartner wegen Höhenkrankheit nach knapp zwei Stunden aufgeben. Ich hatte Glück und mein Guide sprintete mit mir gut 500m nach vorne, um die andere Gruppe einzuholen, so dass ich mich dort als drittes Mitglied einhängen konnte. Voll Glück gehabt, denn beinah hätte ich mit umdrehen müssen. 😅

Danach ging es dann auch direkt in die steile Wand, wo es locker 50 grad nach oben ging und die Eisaxt erstmalig zum Einsatz kam. Dann weiter gerade aus, über ein paar Gletscherspalten – schon etwas gruselig – und mit der aufgehenden Sonne im Rücken am Ende dann die letzten 80m an einem steilen Cliff entlang, an dem es an jeder Seite locker 500m runter ging nach oben. Schwindelfreiheit wurde vorausgesetzt.

Die Freude war groß als wir dann oben ankamen, denn sowohl die sehr dünne Luft als auch die 600m Anstieg haben gut Kraft gekostet und wir waren super happy, dass wir oben die über 200km Aussicht genießen konnten. Man sah den größten Berg Boliviens, den Sajama, den Illimani, La Paz, den Titicacasee und auch das Amazonasbecken. Einfach wow und ein wirklich geiles Erlebnis, das lange in Erinnerung bleiben wird. Erster 6000er check ✅

Als nächstes geht’s in die weltberühmte Salar de Uyuni und danach in die Atacamawüste in Chile. Also freut euch schon auf den nächsten Blogpost.

Death Road & La Paz in Bolivien 🇧🇴 

Bolivien ist das 47. Land welches ich besuche und auf meinem Weg mit der Sonne gen Süden das nächste auf meiner Liste. Nach Jules detailliertem Berichten aus Peru, schreibe ich nun wieder über meine Abenteuer – diesmal aus Bolivien.

Bolivien ist ein eher kleines Land in Südamerika und zählt mit zu den Ärmsten. Es grenzt im Norden an Peru und Brazilien und im Süden an Chile, Argentinien und Paraguay. In Bolivien leben rund 11 Millionen Menschen und das Land liegt teils in den Anden und teils im tropischen Urwald des Amazonasbeckens.

Über die Grenze sind Jule und ich in Cobacabana am Titicacasee eingereist. Der Titicacasee ist der höchste, beschiffbare See der Welt und gleichzeitig der größte Südamerikas. Er ist rund 15,5x so groß wie der Bodensee und Bolivien und Peru teilen ihn sich.


Mein erster längerer Halt ist in La Paz. La Paz ist die inoffizielle Hauptstadt Boliviens – die offizielle ist Sucre – und mit 750.000 Einwohnern auch nicht klein. Die Stadt liegt auf rund 3800m, erstreckt sich in einem Canyon und wird von der Nachbarstadt El Alto (1 Million Einwohner, 4100m) überragt. Die Luft hier ist dünn und nachts wird es auch recht kalt. Nach meiner Ankunft nahm ich an einer Stadtführung teil, die durch die Altstadt führte.


Am nächsten Tag ging es dann zur berühmt berüchtigten „gefährlichsten Straße der Welt“ – der Todesstraße – um sie mit dem Mountainbike hinunterzufahren. Gebucht habe ich die Tour bei Gravity, die zwar anscheinend die teuersten sind, jedoch nicht nur die Ersten waren, die diese Tour durchführten, sondern auch wirklich eine top Qualität und neusten Fahrräder boten. Man holte uns vom Hostel ab und fuhr uns zum Startpunkt auf 4700m Höhe. Von hier aus fuhren wir erst 20km die asphaltierte Straße bergab bevor es nach rechts auf die eigentliche Schotterstraße, den Camino de La Muerte ging.


Gebaut von paraguayischen Strafgefangenen Ende der 1940er ist sie aufgrund der Schwierigkeit des Geländes und der damit verbundenen vielen Opfer beim Bau benannt worden. An vielen Stellen ist die Straße keine 3m Breit und links geht es teilweise bis zu 250m steil bergab. Auf der Straße gilt auch Linksfahrgebot, so dass die bergabfahrenden Fahrer genau erkennen können, wie viel Platz sie noch zum Abgrund haben. Eben genau diese Straße sind wir mit dem Mountainbike hinunter gefahren. Gegenverkehr gibt es zum Glück fast nicht mehr, da 2006 eine sicherere Umgehungsstraße gebaut wurde. Die Abfahrt dauerte ein paar Stunden mit Pausen und endete auf subtropisch-warmen 2000m Höhe. Ein wirklich geiler Adrenalinkitzel, den man auf jeden Fall gemacht haben sollte. 

Als nächstes besuchte ich dann den Chacaltaya – einen 5400m hohen Berg gegenüber des berühmten Huyna Potosí. Hier fuhren wir mit dem Minivan auf einer wirklich steinigen Piste ins ehemalige höchste Skigebiet der Welt. Leider ist der Gletscher durch die globale Erwärmung verschwunden und somit nur noch die Berghütte als einzige Erinnerung an das ehemalige Skigebiet übrig geblieben. Von der Hütte ging es in 1,5h nach oben und wir hatten trotz leichtem Schneefall doch eine sehr gute Aussicht. Ganz besonders lachte mich der Potosi an, dem ich, wie später zu lesen sein wird, dann noch einen genaueren Blick widmen werde. Nach dem Chacaltaya fuhren wir noch ins Mondtal – Vale de la Luna – einer mondartigen Landschaft die mich ein wenig an denn Bryce Canyon erinnerte.


Nun verbrachte ich noch 2 Tage in La Paz bevor mein nächstes großes Abenteuer anfing. La Paz ist eine echt coole Stadt. Mit ihren 5 von 9 schon im Betrieb genommenen Seilbahnen kommt man super komfortabel und mit perfekter Aussicht durch die Stadt. Die Höhenunterschiede merkt man auch in der Temperatur. Während es in El Alto immer frisch ist, kann man in der reichen Zona Sur im T-shirt und Shorts leckere Creme Brulet Eiscreme essen. Was 700m doch für Unterschiede machen. Auch wenn La Paz laut ist  und schlechte Luft hat, hat es mir trotzdem sehr gut gefallen und die Menschen hier sind wirklich nett, hilfsbereit und interessiert. Also ruhig ein paar Tage länger für einplanen und auf jeden Fall alle „öffentlichen“ Verkehrsmittel mal fahren. Dazu gehören die Zehntausende von Minivans, die alten Chevrolet Busse und natürlich die Doppelmayr Lifte. Es lohnt sich!