Buenos Aires & ein Kurztrip nach Uruguay

Es bleiben mir noch sechs Wochen hier in Südamerika – dann ist diese Zeit erst einmal zu Ende. Aber deswegen muss ja keine Trauerstimmung aufkommen, gerade wenn man in einer Stadt wie Buenos Aires nicht nur Silvester verbracht hat, sondern auch ein paar Tage mehr Zeit hatte, um etwas mehr das Leben der Porteños zu erfahren.

Ich flog am letzten Tag des Jahres von El Calafate nach Buenos Aires. Der Flug dauerte knapp drei Stunden und zeigt mir mal wieder, wie riesig nicht nur das Land Argentinien, sondern der ganze Kontinent ist. In BA angekommen, ging es direkt ins Hostel und von da aus zum Silvesteressen bei Ninah.

Ninah ist gebürtige Südafrikanerin, die in Australien aufgewachsen ist und ich die ich in Viña Del Mar in Chile kennengelernt und in Pucon noch einmal getroffen hatte. Sie studierte hier in BA und ich sagte ihr, dass sie doch bitte eine Party organisieren solle, da ich ja erst spät ankomme. Gesagt, getan, organisierte sie ein super leckeres kolumbianisches Abendessen mit Freunden und einem Teil ihrer Familie, die gerade zu Besuch war. Nach dem Abendessen ging es zum Feuerwerk schauen in den alten Hafen Puerto Madero. Bürgerkriegsähnliche Zustände wir in Berlin waren da Gott sei dank nicht, aber die Leute feierten ausgiebig mit Freunden und Familien am alten Hafenkanal bei angenehmen 24 Grad in der Nacht.

Danach wollten wir noch in eine Bar, die aber erstaunlicherweise bereits geschlossen hatte. Nach einigen Uberfahrten und lustigen Zufällen landeten wir auf einer Privatparty von Argentiniern, Venezuelanern, Kolombianern und Brasilianern. Diese ging dann bis früh um 6 und ich fiel nach über 25 Stunden todmüde auf den Beinen ins Bett. Die folgenden Tage schaute ich mir die verschiedenen Stadtviertel von BA an, besuchte Museen und Theater, war gut und viel feiern und lernte eine Menge neuer Leute kennen.

Buenos Aires zählt für mich zu den tollsten Städten meines Trips. Es erinnert ein wenig an Paris oder México City. Die Stadt, hat nur drei Millionen Einwohner, jedoch zählt die Metropolregion mit knapp 13 Millionen zu einer der größten und bevölkerten Gegenden Südamerikas. Direkt am Rio de La Plata gelegen, war Buenos Aires ein wichtiger Handelshafen nach Europa und bescherte der Stadt vor allem zu Beginn der industriellen Revolution ziemlichen Reichtum.

Buenos Aires ist durch die vielen italienischen Auswanderer geprägt. Das spiegelt sich in Sprache, Architektur und Kultur wieder. Außerdem gibt es hier die größte jüdische Bevölkerung Südamerikas. Alles in allem ein Meltpot der Kulturen, da die Wirtschafts- und Finanzmetropole Menschen aus aller Welt anzieht und unheimlich viel an Kultur, Musik, Tanz (Tango!) und mehr zu bieten hat.

Ich empfand die Stadt auch als relativ sicher. Nie hatte ich irgendwelche komischen Momente, in denen mein Bauch mir sagte, dass ich besser verschwinden sollte. Naja ich verbrachte die Zeit auch nur in den zentralen Vierteln wie Ricoletta, Palermo, Puerto Madero, San Telmo und natürlich La Boca mit dem Besuch des Boca juniors Stadion, in dem einst Maradona die Massen begeisterte.

Nach fast einer Woche suchte ich etwas mehr Ruhe und so entschied ich mich, für ein paar Tage ins benachbarte Uruguay zu fahren. Der Rio Plata trennt Argentinien und Uruguay und somit ist eine Fährfahrt nach Colonia del Sacramento die einfachste Möglichkeit. Ich hatte bis dahin von Uruguay überhaupt keine richtige Vorstellung und ich glaube, dass das den meisten so geht.

Uruguay ist das zweitkleinste Land Südamerikas und nur halb so groß wie Deutschland. Es leben auch nur 3 Millionen Menschen da, aber es gibt dafür knapp 12 Millionen Rinder, die in den flachen Grasweiden – den sogenannten Pampas – ein scheinbar glückliches Leben führen. Uruguay ist auch erstaunlich liberal. Neben Argentinien erlaubte man hier als einer der ersten Länder das Heiraten gleichgeschlechtlicher Paare, legalisierten Marijuana und ist mit 45% Atheisten erstaunlich „ungläubig“ für Südamerika. Insgesamt sehr entspannte, herzliche und offene Menschen.

Ich verbrachte einen Tag in der ältesten Stadt des Landes – Colonia. Sie hat nicht nur eine wunderschöne koloniale Architektur, sondern man konnte von hier auch jeden Abend hervorragende Sonnenuntergänge über der Plata genießen. Die Spanier und Portugiesen stritten sich immer wieder um die Stadt und letztendlich sorgten die Britten für ihre Unabhängigkeit. Ein wenig erinnerte mich die Stadt an Trinidad auf Cuba inklusive der vielen alten Autos, die durch Colonia fahren.

Von Colonia ging es dann mit dem Bus knapp drei Stunden in die Hauptstadt Montevideo. Hier leben rund die Hälfte aller Uruguayer. Die Stadt selbst machte auch einen deutlich ruhigeren und entspannteren Eindruck als BA. Neben dem großen Hafen gibt es eine schöne Altstadt mit vielen Fußgängerzonen, die zum Schlendern einladen. Die Stadt war aber schon sehr tranquilo, da die meisten Montevideoaner im Sommerurlaub sind. Den verbringen sie weiter die Küste entlang in Punta Del Este – dem Miami von Uruguay.

Genau dahin trieb es mich nach einem Tag sightseeing und so ging es weitere zwei Stunden mit dem Bus nach Punta Del Este. Architektonisch schön ist es ja nicht, da Hochhäuser und Apartmenthäuser die Optik prägen. Es ist halb Buenos Aires hier im Sommerurlaub und selbst die Brasilianer kommen hier her zum Sonnen, Feiern, Sehen und gesehen werden. Aber ein wenig Strand und Sonne tanken, im Meer schwimmen und die eine oder andere Reggaetonparty mitnehmen, kann ja nicht schaden. Leider ist auch alles krass überteuert und so zahlte ich das wohl teuerste Hostel meiner Reise hier. 35€/Nacht für ein 10er dorm 😳 das war schon hart. Das einzig Gute ist, dass man in Restaurants und Bars bei Zahlung mit ausländischer Kreditkarte die 22% Steuern nicht zahlen muss. Da ist dann der Ginteuer nur noch teuer und nicht sehr teuer. 😝

Von Punta Del Este ging es dann wieder zurück nach BA. Hier organisierte ich ein wenig meine nächsten Reiseziele, Busfahrten und Flüge, wusch meine Wäsche und verabschiedete mich von neugewonnenen Freunden mit einem landestypischer Asado.

Nächstes Ziel und damit die letzte Etappe im tollen Argentinien sind die Iguazú-Wasserfälle im Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay. Von dort wird dann der nächste Bericht sein.

Autor: Daniel

Software engineer, entrepreneur and world traveler- currently in Argentina 🇦🇷

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